Was für ein Jahr!

2015.
Wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, weiß ich nicht genau, was ich von dir halten soll. Du hast mir das Herz gebrochen. Du hast mich wieder Hoffnung schöpfen lassen. Du hast mir neue Wege aufgezeigt und mich die ersten Schritte gehen lassen. Du hast mich auf Höhen gehoben und dafür gesorgt, dass ich mich weiter entwickele. Ich war ein Adler, der so hoch flog, dass Sorgen und Ängste immer kleiner wurden. Dann kam der nächste Schlag. Auf dem Weg zum Ziel, dem Ziel, mir meinen Lebenstraum zu erfüllen, hast du zugeschlagen. Du hast auf mich eingetreten, als ich schon am Boden lag und dich wie der letzte feige Hinterhofschläger immer wieder auf mich gestürzt, wenn ich mich aufrappeln wollte. Letzten Endes aber hast du dich abschütteln lassen. Hast mir meinen Sieg gegönnt. Den Triumph. Du hast mir eine einzige, letzte, vorsichtige Annäherung erlaubt, an eine der wichtigsten Personen in meinem Leben. Und dann hast du sie mir genommen.
Kurz vor deinem Ende.
Für immer.

Ich weiß nicht, ob es für dich ein Spiel war, von Tag eins an. Ob du unbeholfen versucht hast, mich auf meinem Weg weiter zu schubsen, immer in die richtige Richtung, oder ob du einfach nur ein Arschloch warst, dass sich daran erfreute, wenn ich mich in Sicherheit wog – während du schon den nächsten Schlag vorbereitet hast. Ich weiß nicht, was ich von dir halten soll.

Du warst nicht gut, du warst kein gutes Jahr.
Du warst aber auch kein schlechtes Jahr.
Aber du warst ein störrisches Jahr. Dich zu durchleben, war wie der Ritt auf einem durchgeknallten Rodeobullen auf Speed. Mal saß ich oben, mal fiel ich herunter und kam unter die Hufe.

Die Verletzungen nehme ich mit nach 2016. Aber nicht nur die.
Ich nehme auch all das Wissen mit, dass ich 2015 erworben habe. Die Bekanntschaften, die ich neu geschlossen habe. Ich nehme alles mit, was ich gelernt habe. Von den Menschen die neu hinzukamen, von den Menschen, die wieder kamen und von den Menschen, die gegangen sind. Ich weiß endlich was ich Wert bin, was ich von mir und den Menschen in meiner Umgebung erwarte. 

Und weißt du was? Im Grunde ist es egal, was ich von dir halte. Du warst, bist und wirst immer 2015 bleiben. Es ist viel Schreckliches mit dir passiert, nicht nur mir, sondern auch in der Welt – aber eben auch viel Gutes. Du hast so einiges genommen, aber auch viel gegeben. Du bist eben du. Mit dir hatte ich Erfolge, Fehlschläge, du hast mir Probleme gebracht, aber auch die Stärke und Weisheit gegeben, sie zu offenen Fragen zu machen und dann zu beantworten. Wie ich es auch drehe und wende: Du warst ein wichtiges Jahr. Ein manchmal schreckliches, Nerven aufreibendes, aber auch aufregendes und tolles Jahr. 

Ich habe dich vor 12 Monaten gern begrüßt, aber ich verabschiede dich jetzt auch gern. Dein Nachfolger steht vor der Tür und auch ihn begrüße ich. Nach den letzten paar Tagen noch ein wenig sehnsüchtiger als vorher.
Neue Projekte liegen vor mir, neue Aufgaben und neue Ziele, die es zu erreichen gilt. Neue Menschen werden in mein Leben treten und ich weiß, dass die meisten davon wundervoll sein werden.

Vielleicht wird das neue Jahr sanfter. Ruhiger. Vielleicht wird es aber auch noch stürmischer. Aber auch das spielt keine Rolle mehr.

Denn ich bin gerüstet, werde einmal tief durchatmen – und dann loslegen.
Einen Tag nach dem anderen.

Ich wünsche dir, lieber Leser, einen guten Rutsch nach 2016! Komm gut rüber, lass dich nicht ärgern und vergiss nicht zurück zu kommen!
Denn 2016 wird awesome. Ob es will oder nicht. 😉

alice

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