Warum persönliche Ziele wichtig und Glaubenssätze machtvoll sind

Im letzten Newsletter habe ich dir acht wertvolle Tipps für die richtige Zielsetzung mitgegeben. Heute will ich noch einmal näher auf die Punkte „Persönliches Ziel“ und „Glaubenssätze“ eingehen.

Persönliche Ziele

Ein Ziel ist ein Traum oder Wunsch, der klar ausformuliert und terminiert ist. Ein Ziel ist nichts, wovon du träumst, sondern ein Zustand, den zu erreichen du dich verpflichtet hast. Trotzdem fällt es bei einigen Zielen sehr viel leichter sie zu erreichen, als bei anderen. Eine mögliche Ursache hierbei kann es sein, dass du dich einem Ziel verpflichtet hast, das nicht wirklich dein eigenes ist.

Was ist ein persönliches Ziel?

Ein persönliches Ziel ist ein Ziel, welches dir nicht von außerhalb eingeimpft wurde, sondern dass tatsächlich aus deinem Innersten und deinen eigenen Wünschen entspringt. Vermutlich denkst du dir jetzt, dass du dir ausschließlich deine eigenen Wünsche zu Zielen machst, aber du wärst erstaunt, wie oft wir uns fremde Ziele zu eigen machen, ohne es zu bemerken. Oft steckt dahinter ein unerfülltes Bedürfnis, welches wir stillen wollen. Das Ziel, das wir uns setzen, stillt zwar dieses Bedürfnis, kann aber dennoch ein für uns falsches Ziel sein. 

Beispiel

Ziel: Du möchtest ein erfolgreicher Immobilienmakler werden.

Verlangen hinter dem Ziel: Du möchtest in den nächsten fünf Jahren eine Summe x auf dem Konto und keine Geldsorgen mehr haben. Noch komprimierter: Du möchtest frei sein zu tun was du willst.

Problem: Du interessierst dich rein gar nicht für Immobilien, weil dich diese Branche langweilt. Du bist ein kreativer Kopf und willst eigentlich ganz andere Dinge tun. Trotzdem versuchst du dich in dieser Branche durchzubeißen, wirst aber immer unzufriedener und scheiterst.

Wie kam es zu dem falschen Ziel?

Eigentlich weißt du ziemlich genau, dass du keine Lust auf Immobilien hast. Trotzdem hast du dich für dieses Ziel entschieden. Wieso?
In unserem Beispiel hast du einen Bekannten, der mit Immobilienhandel sehr erfolgreich und sehr reich geworden ist – und das in überraschend kurzer Zeit. Er hat viel Arbeit in sein Unternehmen gesteckt und kann es sich jetzt leisten, mehrmals im Jahr Urlaub zu machen, während seine Firma läuft. Dein Bekannter hat dir diesen Lebensstil schmackhaft gemacht und dir erzählt, dass es DER Weg zu finanzieller Freiheit ist. Er lebt ein Leben ohne Geldsorgen, er tut was er liebt (da er die Immobilienbranche tatsächlich liebt) und er hat die Freiheit, zu tun was er möchte. Damit lebt er genau sein (und dein) Verlangen und zeigt dir einen Weg auf, dieses Verlangen zu stillen.

Da ihr zwar das selbe Verlangen habt, aber nicht den gleichen Weg und damit auch nicht das gleiche Ziel, wirst du seinen Erfolg aber nicht unbedingt kopieren können. Du bleibst also auf der Strecke.

Wieso ist es so wichtig, deine eigenen Ziele zu verfolgen?

Wenn du dir ein Ziel setzt, das aus einem Verlangen geboren wurde, ist es selten ein kleines Ziel. Sollte es ein kleines Ziel sein, setz dich nochmal hin und verdoppele es. Auf dem Weg zu deinem Ziel wirst du definitiv auf die Nase fallen. Oft. Du wirst Rückschläge und Widerstand erleben, du wirst auf halber Strecke und nach dem fünften Schlag in die Magengrube die Lust verlieren, weil dir inzwischen schlecht ist. Du wirst müde sein und dich mehrmals fragen, wie du eigentlich jemals auf diese bescheuerte Idee gekommen bist. Leute werden dir reinreden, egal ob sie es gut mit dir meinen oder nicht. Menschen die gescheitert sind, oder es nie versucht haben, werden alles besser wissen als du und versuchen, dich von deinem Weg abzubringen. 

Ein Ziel zu erreichen ist anstrengend. Es kostet dich Kraft, Zeit, Nerven und meistens auch Geld. Du wirst eine Menge opfern müssen, wenn du wirklich erfolgreich werden willst. Und die erste Sache, die du opfern musst, bist du selbst. Dein altes Ich. Denn dein altes Ich hat deine Ziele aus einem bestimmten Grund nicht erreicht. Sei es, weil du faul warst, zu unwissend, zu unmotiviert oder zu ängstlich. Du wirst dich ändern und verbessern müssen, wenn du weiter kommen willst. 

Bei all dem was du also aufgeben und durchmachen musst: Willst du da wirklich am Ende feststellen, dass du hinterher noch unzufriedener bist, weil du die Ziele eines anderen anstatt deine eigenen verfolgt hast?

Verfolgst du deine eigenen Ziele?

Woher weißt du also, ob deine Ziele wirklich deine eigenen Ziele sind?

Indem du dir Papier, Stift und etwas Zeit nimmst. Setz dich hin und schreib dein Ziel (oder deine Ziele, wenn es mehrere sind) auf ein Blatt Papier. Dann nimmst du dir ein neues Blatt Papier und schreibst das erste Ziel dort noch einmal auf. Nun geh in dich und überlege dir, wieso du das Ziel erreichen willst.

  • Wie wird sich dein Leben zum Besseren ändern, wenn du das besagte Ziel erreicht hast?
  • Wie wird sich dein Leben anfühlen, wenn das Ziel erreicht ist?
  • Welches Verlangen wird gestillt, wenn du das Ziel erreichst?
  • Fallen dir noch andere Wege ein, dieses Verlangen zu stillen?

Diese Fragen musst du nicht in einer Sitzung beantworten. Nimm dir ausreichend Zeit, um dir die ganze Sache durch den Kopf gehen zu lassen und arbeite auf diese Weise ein Ziel nach dem anderen ab. Wenn du sicher bist, dass es sich um deine Ziele handelt, kannst du anfangen, sie anzugehen.

Glaubenssätze

Eine zweite mögliche Ursache für das Nichterreichen von Zielen kann in destruktiven Glaubenssätzen liegen. Glaubenssätze sind „Wahrheiten“, die tief in deinem Unterbewusstsein verankert sind und deine Entscheidungen und Handlungen steuern, ohne dass es dir bewusst ist. Du wächst mit den unterschiedlichsten Glaubenssätzen auf. Familie, Freunde, Schule, Arbeit – überall wirst du Glaubenssätzen begegnen und du verinnerlichst immer die, die du für wahr hälst.

Beispiel

Aussage: Alle reichen Leute sind kriminell. Sonst wären sie nicht reich.

Vermutlich hat es jeder von uns schon einmal gehört: Reiche Menschen sind kriminell, handeln ausschließlich zu ihrem Vorteil und haben irgendjemanden ausgenommen und zerstört, um an das viele Geld zu kommen. Sie sind „die da oben“, eine andere Spezies und weit weg von uns, also „der Realität“. Sie sind anders als wir.

Vermutlich möchtest du keinen großen Graben zwischen dir und deiner Familie bzw. deinen Freunden ziehen. Du möchtest nicht als andere Spezies betrachtet werden, du möchtest nicht kriminell werden und schon gar nicht möchtest du jemand anderes die Lebensgrundlage entziehen, damit du mehr Geld bekommst.

Folgender Glaubenssatz verankert sich also in deinem Kopf: Reiche Menschen sind böse. Geld ist böse.

Die Folge: Egal was du tust und wie sehr du es willst, du wirst immer Probleme mit Geld und vielleicht sogar Schulden haben. Denn je weniger Geld du besitzt, desto „lieber“ bist du. Du bist lieber ein armer, aber guter Mensch, als ein reicher Krimineller – denn die kann niemand leiden.

Glaubenssätze und Entscheidungen

Das alles spielt sich in deinem Unterbewusstsein ab, ohne dass du davon etwas mitbekommst. Bewusst möchtest du natürlich aus den Schulden raus. Vermutlich möchtest du auch ein bisschen Geld auf die hohe Kante legen, um nicht jeden Monat von Gehalt zu Gehalt leben und jeden cent umdrehen müssen.

Trotzdem tust du immer wieder alles, um dich weiter in die Schulden rein zu reiten, ohne dass du die Kontrolle darüber hast. Bekommst du Geld zum Geburtstag geschenkt, investierst du es in Klamotten. Oder ein Hobby. Kommt dein Gehalt, gehst du als erstes Shoppen, bestellst Autoteile oder gehst feiern. Du klopfst dein Geld für Parties, Alkohol, oder irgendeinen Kram auf den Kopf. Oder du verreist, obwohl du es dir eigentlich nicht leisten kannst. Sparen willst du auch. Ab nächstem Monat.

Es ist frustrierend, dass du es einfach nicht hin bekommst, dein Geld zusammen zu halten, die Schulden abzutragen und etwas anzusparen. Gehen wir auf die Ebene deiner Glaubenssätze, handelst du jedoch rein logisch. Der oben beschriebene Glaubenssatz „Geld ist böse und ich will kein böser Mensch sein“ ist in deinem Inneren verankert und du tust alles, um zu keinem bösen Menschen zu werden. So gesehen bist du also erfolgreich, obwohl du nie das erhälst, was du dir bewusst wünschst.

Sich von destruktiven Glaubenssätzen lösen

Die einzige Möglichkeit aus diesem Dilemma heraus zu kommen, ist es, sich von diesen destruktiven Glaubenssätzen zu lösen. Dazu sind folgende Schritte nötig:

  1. Erstelle eine Liste deiner Probleme (Stift auf Papier).
  2. Nimm dir ein Problem nach dem anderen vor und überlege, welcher Glaubenssatz dahinter stehen könnte.
  3. Formuliere diesen Glaubenssatz aus, so wie im obigen Beispiel gezeigt.
  4. Überlege dir einen neuen Glaubenssatz, der sich konstruktiv auf deine Ziele auswirkt.
  5. Notiere diesen Glaubenssatz und sag ihn jeden Morgen laut (am besten vor dem Spiegel) auf.

Um einen Glaubenssatz los zu werden, der dich behindert, musst du ihn finden, ausformulieren und schließlich durch einen neuen Glaubenssatz überschreiben.

Um noch tiefer in das Thema einzusteigen, empfehle ich dir das Buch „So denken Millionäre“ von T. Harv Eker. Selbst wenn das Erreichen von finanziellen Zielen nicht zu deinen Hauptzielen gehört, kannst du in dem Buch den Umgang mit Glaubenssätzen erlernen und die dort beschriebenen Regeln und Verfahren auf den für dich wichtigen Lebensbereich und dessen Glaubenssätze anwenden.

Hast du schon Erfahrungen mit hinderlichen Glaubenssätzen gemacht?
Lass mir einen Kommentar da! 🙂

 

alice

 

 

 

4 Gedanken zu „Warum persönliche Ziele wichtig und Glaubenssätze machtvoll sind

  1. Destruktive Glaubenssätze scheinen zu meinem Lebensinhalt geworden zu sein. Beziehungsweise drösle ich langsam auf was so in mir steckt. Was einem jahrelang „eingetrichtert“ wird, ist gar nicht so leicht loszuwerden. Bestes Beispiel – Du brauchst dich jetzt aber nicht auf deinen Lorbeeren auszuruhen. Dank diesem „Matra“ arbeite ich ganz oft wie eine Bekloppte an allem Möglichem, mit dem „Ziel“ andere zu beeindrucken, immer und immer wieder. Eigen Lob stinkt ja auch („Mantra“ Nr.2) deshalb nur nicht zu stolz drauf sein und möglichst gleich wieder nachlegen. Deine Texte und Newsletter machen mir Mut und motivieren mich, auch wenn ich noch dringend lernen muss was – WIRKLICH – meine Ziele sind.

    1. Hallo Sabine, danke, dass du das mit uns teilst. 🙂

      Gerade das Mantra Nummer 2 ist schwer los zu werden. Du willst nicht arrogant, eingebildet oder ähnliches wirken. Weil diese Eigenschaften sehr negativ sind und leider zu oft jegliches „Stolz auf sich selbst sein“ damit in Verbindung gesetzt wird.
      Aber das Schöne an dieser Reise ist: Dein Fell wird unterwegs dicker. Und irgendwann weißt du es nicht nur, sondern fühlst auch:

      – Ja, du darfst stolz auf dich sein
      – Ja, du darfst auch weiter durchziehen, wenn DU das willst, kannst aber auch pausieren wenn du es brauchst, egal was andere denken
      – Nein, du musst niemand anderem gefallen
      – Nein, du bist nicht dazu da, um so zu sein, wie andere dich haben wollen

      Als soziale Wesen sind wir danach bestrebt, die Zuneigung anderer zu gewinnen. Daher ist es so schwer, für sich selbst einzustehen und seinen eigenen Kopf ohne schlechtes Gewissen auch mal durchzusetzen. Schwer heißt aber nicht unmöglich. Ich wünsche dir viel Kraft und freu mich, öfter von dir zu lesen! 🙂

  2. Das, was ich in meinem Gastartikel bei dir geschildert habe, geht in die gleiche Richtung, oder? „Wer sich um seine Bildung kümmert, macht sich unbeliebt“ ist ja auch ein destruktiver Glaubenssatz. Oder „Lehrer hassen mich, wenn ich sie zu viel frage und ihnen meine Arbeiten zeige“.

    1. Genau! So etwas sind Glaubenssätze, die dich vom Handeln abgehalten haben. Und sobald du sie überwunden hattest, bist du weiter gekommen. 🙂

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