Wie du zufrieden sein kannst, ohne zufrieden zu sein


Zufrieden zu sein, ohne zufrieden zu sein, ist ein Widerspruch an sich. Soweit korrekt.
Ist es trotzdem möglich? Na klar!

Bist du jetzt ausreichend verwirrt? Gut. Dann können wir ja anfangen.

Ich bin zufrieden – aber nicht zufrieden

Wie das funktioniert? Es ist eine innere Einstellung. Gefunden habe ich sie, als ich mit dem Kraftsport erste Erfolge erzielte, was meine Figur angeht. Später habe ich sie dann auf mein ganzes Leben ausgeweitet und fahre sehr gut damit.

„Wenn du niemals zufrieden bist, dann bist du ja niemals glücklich.“

Das ist die Einstellung, mit der ich mich hin und wieder konfrontiert sehe. Außenstehende sehen nämlich nur, dass wir – Menschen die zufrieden aber nicht zufrieden sind – immer weiter an uns arbeiten. Uns immer wieder aufraffen, nach Rückschlägen sofort wieder voll angreifen und immer weiter optimieren. Sie sehen, dass wir nie ganz zufrieden sind. Dabei übersehen sie aber den anderen Teil von uns – den, der vollauf zufrieden ist.

Wie funktioniert das?
Im Grunde ist es recht einfach. Ich hatte einen Ausgangspunkt. An diesem Ausgangspunkt war ich unglücklich. Mit meinem Körper, meinem Umfeld, meinem Job, meinem Sozialleben – mit so ziemlich allem. Irgendwann reichte es mir und ich ging all diese Bereiche nach und nach an. Mit jedem einzelnen Bereich, in dem ich weiter voran kam, fühlte sich mein Leben besser an. Ich selbst fühlte mich endlich wieder wie ich an. Irgendwann bemerkte ich aber, dass es noch besser geht. Ich war wieder unzufrieden, legte erneut los und erklomm die nächste Stufe.

So hangelte ich mich voran, Stufe für Stufe, um das Level zu erreichen, auf dem ich leben möchte. Meine Zufriedenheit wechselte sich mit Unzufriedenheit ab, sodass meine Laune in Wellen rauf und runter ging. Das war natürlich kein Dauerzustand.

Irgendwann fing ich mit dem Training an (ja, schon wieder der Sport…) und nahm eine der wichtigsten Lektionen für mein Leben mit: Ich muss gar nicht unzufrieden sein. Es reicht schon, wenn ich nicht zufrieden bin.

Der Unterschied?
Wenn ich unzufrieden bin, bin ich unzufrieden. Und solche Menschen sind meistens schlecht gelaunt, fühlen sich nicht wohl und sind… naja… unzufrieden. Da ist kein Platz für Glück, wohliges Empfinden und all die anderen Gefühle, die das Leben schöner machen.

Bin ich aber lediglich nicht ganz zufrieden mit dem aktuellen Status quo, bedeutet das, dass ich gleichzeitig zufrieden sein kann. Nur eben nicht ganz.
Ich kann mich glücklich fühlen. Ich darf stolz auf das sein, was ich bisher erreicht habe. Ich kann mich auf meine Träume und Ziele freuen, anstatt mich darüber zu ärgern, sie noch nicht erreicht zu haben. Und ich kann jeden Morgen mit einem vergnügten Lächeln auf den Lippen aufstehen. Weil ich mein Leben liebe. Weil ich mit mir, meinem Business-to-be und meinem Leben absolut zufrieden bin, so wie es im Moment ist. Weil es für jetzt, für diesen Moment nun mal mein Leben ist. Und gleichzeitig kann ich daran arbeiten, mir meine Träume zu erfüllen, um es noch ein bisschen besser zu machen, um mich weiter meinen wirklichen Wünschen und Zielen anzunähern.

Um noch ein bisschen zufriedener zu werden.

Streben nach Perfektion?

Ohne andere Gruppen ausgrenzen zu wollen, kann ich wohl behaupten, dass die meisten Fitnesssportler genau das verstanden haben. Sie lieben und leben ihren Sport, arbeiten stetig an sich und sind trotzdem zufrieden. Nur eben nicht ganz.

Für Außenstehende mag das nach Besessenheit aussehen. Das Schöne an „nicht ganz“ ist es aber, dass man sehr wohl zufrieden mit sich ist. Sich davon aber nicht zurück halten lässt, immer mal wieder an der ein oder anderen Sache zu arbeiten und nachzubessern. Wir alle wissen, dass wir die Perfektion niemals erreichen werden. Müssen wir auch nicht. Allein das Streben danach sorgt aber dafür, dass es nicht zum Stillstand kommt.

Stillstand
Wenn es in deinem Leben zum absoluten Stillstand kommt, hast du schon verloren. Das hat nichts mit „ankommen“ oder „hundertprozentig zufrieden sein“ zu tun. Eher mit sterben. Denn wenn du aufhörst dich weiter zu entwickeln, bleibst du stehen. Dein Körper, deine Zellen, das ganze Leben kann nur funktionieren, indem es sich ständig erneuert und weiter entwickelt. Tust du es nicht mehr, stirbst du innerlich ab.

Der Weg um glücklich zu werden, führt also vor allen Dingen über Entwicklung. Du selbst kannst wählen, wie diese Entwicklung aussehen soll. Willst du verbissen und unzufrieden sein, während du nach immer neuen Meilensteinen strebst? Oder bevorzugst du ein Leben, in dem du mit dir selbst zufrieden bist, aber dennoch nach immer neuen Zielen greifst? Stehen bleiben ist keine Option, nicht, wenn du wirklich glücklich und zufrieden sein willst.

Für mich funktioniert es wunderbar, zufrieden zu sein ohne zufrieden zu sein. „Das ist richtig gut, aber da geht noch mehr“ ist kein Spruch, der mich auf ungesunde Art und Weise antreibt, oder schlechte Gefühle mir selbst gegenüber verursacht. Es ist einfach nur eine Feststellung. Die Aussage dahinter lautet: „Das hast du wirklich richtig gut gemacht. Du kannst stolz auf dich sein. Aber du hast wie immer die Wahl, weiter zu machen und noch viel mehr aus dir/deinen Ideen/deinen Träumen heraus zu holen.“

Du bist ein toller Mensch. Selbst wenn dein Leben gerade absolut und komplett schief läuft, gibt es darin Dinge, für die du dankbar sein kannst. Mit denen du – für jetzt – zufrieden bist. Sei zufrieden mit diesen Dingen. Fühl dich gut damit. Und dann überleg dir, wie du sie noch ein klein bisschen besser machen kannst.

sh

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