[MWJ] Weniger Hunger durch Weizenverzicht?

Eine der Theorien, die in dem Buch aufgestellt worden sind, war folgende: Wenn du den Weizen aus deiner Ernährung streichst, wirst du insgesamt weniger essen, weil du weniger (Heiß)hunger haben wirst.

Inzwischen betreibe ich mein kleines Experiment seit etwas über vier Monaten. Zeit also, zurück zu blicken und zu testen, ob ich wirklich weniger Hunger habe.
Kurz gesagt: Jein.
Es ist nicht so, dass nicht auch ich hin und wieder Gelüste habe zu cheaten und Chips, Schokolade und Gummibärchen (leider) nicht nur im Einkaufswagen, sondern auch ziemlich zügig in meinem Magen landen. Allerdings fallen mir hierbei im direkten Vergleich zu früher einige entscheidende Unterschiede auf:

  1. Es passiert sehr viel seltener
  2. Mir wird sehr viel schneller schlecht als früher
  3. Ergo schaffe ich sehr viel weniger als früher
  4. Ich weiß, _warum_  ich cheate

Es passiert seltener

Früher bestand meine Ernährung aus einem einzigen ungesunden „Cheat“ (wenn man es bei einer solchen Dauer un-Ernährung noch Cheat nennen kann).
Ich stopfte Toastbrot mit Butter und Salz, Sandwiches aus dem Sandwichtoaster, Pizza, Curryboulette mit Pommes, Döner, Chips, Pizzabrötchen, Hamburger, Muffins, Streuselschnecken, Eis, Kuchen und sonstwas in mich rein – täglich. Ich hatte zwar nicht immer Hunger, aber ständig Appetit und eigentlich kaute ich immer auf etwas herum. Heute habe ich zwar auch hin und wieder mal Lust auf etwas ungesundes, aber sehr viel seltener.

Mir wird schneller schlecht als früher

Ob man „mir wird schlecht“ nun als positives oder negatives Zeichen deuten möchte, ist jedem selbst überlassen.
Generell ist Übelkeit natürlich nicht gut und ich mag es auch nicht sonderlich. Andererseits wird mir nur übel, wenn ich übermäßig Kram in mich reinstopfe, der aus irgendwelchen künstlichen Stoffen im Übermaß besteht. Übersetzt heißt das, dass ich heute eine halbe Tüte Chips vertrage, ehe mein Magen revoltiert, wo ich früher zwei oder drei Tüten alleine mampfen konnte und dann immer noch „Hunger“ hatte. Und diese Tatsache kann man drehen und wenden wie man will – ich empfinde sie als positiv.

Ich schaffe viel weniger als früher

Wie oben schon beschrieben, schaffe ich viel weniger ungesunden Kram als früher. Das bedeutet einfach, dass bestimmte Gelüste sehr viel früher gestillt sind. Habe ich heute Lust auf Schokolade, dann nehme ich mir Schokolade und zum ersten Mal in meinem Leben besteht sogar die Chance, dass etwas übrig bleibt. *g*
Das heißt nicht, dass ich generell weniger esse. Ich habe eher das Gefühl, dass ich viel mehr esse – nur eben andere Dinge.

Ich weiß warum ich cheate

Blödsinn in sich rein zu stopfen oder bewusst Blödsinn in sich rein zu stopfen, ist ein großer Unterschied. Sicher, für den Körper ist es erst einmal egal – er muss mit dem Blödsinn klar kommen, den du ihm so eben verabreichst hast. Aber zu wissen warum du cheatest, bedeutet, dass du etwas dagegen unternehmen kannst – wenn du es möchtest.
Wenn ich nach der Arbeit noch einkaufen gehe und ungesunde Dinge in meinem Einkaufskorb landen, dann weiß ich, wieso ich das tue. Meistens, weil ich Hunger habe und noch kein Abendessen fertig ist. Dann weiß ich aber auch, dass ich mit dem ganzen Kram auf der Couch lande und ausgiebig sündigen werde. Ich weiß dann, dass ich mich für den Rest des Tages weder der Hausarbeit widmen, noch lernen, lesen, schreiben oder sonstiges tun werde. Der Abend ist für mich gelaufen, weil ich einfach faulenze, sündige und mir meistens wenig gehaltvolle Serien reinziehe, bis ich irgendwann ins Bett falle.
Und weil ich weiß, wieso ich das tue, kann ich an den meisten Tagen dagegen vorgehen. Indem ich mir bewusst mache, dass ich noch wichtiges zu tun habe und mir einen solchen Abend heute nicht leisten kann. Indem ich mein Essen vorbereite oder schnell etwas zu mir nehme, bevor ich einkaufen gehe. Oder indem ich mir eine Mahlzeit ausmale, auf die ich wirklich richtig Lust habe. Dann fällt es mir leichter, nur dafür einkaufen zu gehen und sie schnell zuzubereiten. Wenn ich den Cheat-Faulenzer-Abend einem gesunden, produktiven vorziehe, dann tue ich das bewusst. Weil ich es möchte. Nicht weil mich irgendein Anfall oder eine Sucht dazu zwingen. Es ist meine freie Entscheidung – und das ist der große Unterschied, der zählt.

Fazit

Ich habe nicht weniger „Hunger“. Aber ich habe weniger „Appetit“ wenn ich eigentlich satt bin und ich entscheide mich sehr viel seltener für die ungesundere, faulere Variante. Wenn ich es doch tue, brauche ich länger, um mich davon zu erholen – in dem Sinne, dass es sehr viel länger dauert, bis ich wieder Lust dazu habe.
Diese Entwicklung habe ich auch vor dem Weizenexperiment schon durch gemacht, aber langsam und schleichend. Seitdem ich den Weizen weg lasse, konnte ich einen guten Sprung in dieser Entwicklung ausmachen. Ob es nur am Weizen lag, oder auch an meiner generell gesünderen Lebenseinstellung, meiner persönlichen Weiterentwicklung und der Änderung von einigen Sichtweisen meinerseits – das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Ich persönlich denke aber, dass es eine Mischung aus all diesen Dingen gewesen ist und das der Weizenverzicht durchaus auch einen Anteil daran gehabt hat.

mealice

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