Warum Unpünktlichkeit dir schadet…

… und außerdem unhöflich ist.

Zeit ist Geld.
Diesen Satz hast du sicher schon einmal gehört. Das trifft nicht unbedingt immer eins zu eins zu, denn wenn du dich mit deinen Kumpels zum DVD-Abend triffst und fünf Minuten zu spät kommst, kostet das weder dich, noch deine Kumpels Geld. Trotzdem ist es ein Satz, den du dir zu Herzen nehmen solltest. Denn Geld kannst du auch mit beliebigen anderen Begriffen ersetzen.
Zeit ist vergänglich. Zeit ist einmalig. Zeit ist wertvoll.

Zeit ist etwas, dass du nur einmal im Leben hast. Ein einziges Mal. Dieser eine Moment, genau jetzt – ist gerade eben vergangen. Und er kommt nie mehr zurück. Es gibt vieles, was du mit deiner Zeit anstellen kannst. Du kannst sie zum Beispiel nutzen. Um gesund zu werden. Um deine Traumfigur zu erreichen, oder auf deinen Herzenswunsch hin zu arbeiten. Um deine Beziehung zu reparieren, oder mit deinem Partner für den Kinderwunsch zu üben. 😉 Du kannst deine Zeit nutzen, um dir und anderen Fehler einzugestehen und Freundschaften zurück zu erobern. Um zu lernen, dich weiter zu entwickeln und um Abenteuer zu erleben.
Oder aber du kannst deine Zeit nutzen, indem du sie nicht nutzt. Indem du sie verschwendest. Weil du lieber einen Job ausübst, der dich nicht erfüllt. Weil du deine Zeit mit Streitereien und Gehässigkeiten verbringst, oder auf der Couch liegst und dich vom Nachmittagsprogramm berieseln lässt, weil du dann nicht nachdenken musst.

Egal wie du deine Zeit benutzt, sie ist wertvoll. So wertvoll, wie die Zeit von anderen Menschen auch. Jeder von uns bekommt einen bestimmten „Betrag“ an Zeit und wenn dieser aufgebraucht ist, ist es auch mit uns vorbei. Wenn du zur Unpünktlichkeit neigst, bedeutet das, dass du dein Leben nicht im Griff hast. Du bist vermutlich grundsätzlich eher chaotisch oder faul veranlagt, denn du gehst immer zu spät los. Entweder kommst du dann generell zu spät, oder dir fehlt der Puffer, weil ein Verkehrsmittel streikt oder irgendwo Stau ist.
Aber wenn du ehrlich zu dir bist: Weißt du nicht schon längst, dass ein Bus mal zu spät kommen kann? Stehst du nicht jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit im selben Stau? Warum tust du dann nichts dagegen? Warum nimmst du nicht dein Leben selbst in die Hand und fährst früher los?
Ja, dann musst du eher aufstehen – aber dafür kommst du entspannt und pünktlich an. Du musst dir keinen Stress machen, wenn mal was dazwischen kommt unterwegs. Und wenn du dann zu früh bist? Dann hast du Zeit, um ganz gemütlich anzukommen, oder kannst dafür vielleicht sogar ein wenig eher gehen.

Bist du unpünktlich, verschwendest du deine Zeit. Weil du oftmals in Situationen gerätst, die du hättest vermeiden können, wenn du einfach besser planst, dir nicht zu viel in zu kurzer Zeit vor nimmst und eher los gehst. Was aber ebenso schlimm ist: Du verschwendest auch die Zeit von anderen Leuten. Die Personen, mit denen du verabredet bist, sind zum verabredeten Zeitpunkt vor Ort – und müssen warten. Du zwingst sie dazu, ihre kostbare Zeit mit Warten zu verschwenden, ohne das sie etwas dagegen tun können. Damit forderst du ihnen etwas ab, was sie nie mehr zurück bekommen: Ihre Zeit.

Vermutlich klingt das erst einmal banal. „Meine Güte, dann musste er/sie eben mal zehn Minuten oder ne halbe Stunde warten. Das wird ihn/sie schon nicht umbringen.“
Mag sein, dass du das so siehst. Aber du weißt ja nicht, was diese Person in der Zeit noch hätte erledigen können. Du weißt nicht, wie diese Person über ihre eigene Zeit denkt und empfindet. Du zwingst sie einfach dazu, sich einen bestimmten Zeitraum lang zu langweilen und untätig herum zu sitzen, auf dich wartend. Überlege dir einmal, wie viel Zeit du den Leuten stiehlst, wenn du öfter zu spät kommst, notiere dir die Zeitdauer und die Anzahl der Personen und dann rechne mal aus, wie viel Zeit du insgesamt gestohlen hast.

Es ist nicht so, dass sie freiwillig dort herum stehen. Sie waren eigentlich mit dir verabredet. Besonders im Beruf ist es oft wichtig, dass Meetings zu einem bestimmten Zeitpunkt beginnen, weil sie einen festen Endpunkt haben – denn danach geht es weiter zum nächsten Treffen.
Jemandem eine Zeitvergeudung aufzuzwingen, egal ob privat oder beruflich, ist unglaublich unhöflich. Passiert dir das obendrein noch im beruflichen, kann es dir sogar ziemlich schaden. Denn erfolgreiche Businessleute lassen sich vielleicht einmal so versetzen, wenn sie einen gütigen Tag haben – aber sicher nicht zweimal. Und wenn deine Unpünktlichkeit, die dicht mit Unzuverlässigkeit einhergeht, erst einmal die Runde gemacht hat, kann dich das unter Umständen sehr viel mehr kosten, als „nur fünf Minuten“.

mealice

4 Gedanken zu „Warum Unpünktlichkeit dir schadet…

  1. Unpünktliche Menschen sind im wahrsten Sinne des Wortes Tagediebe.

    Bei Seneca steht zum Thema Zeit u.a.: „quidquid aetatis retro est mors tenet.“ – „Was auch immer vom Leben hinter uns liegt, besitzt der Tod“ im Sinne dessen, dass diese Zeit ein für alle mal unwiederbringlich weg ist. Futsch.
    Er meint dann weiter auch: „omnes horas complectere; sic fiet ut minus ex crastino pendeas, si hodierno manum inieceris.“ – „Nimm alle Stunden in Besitz; so geschieht es, dass du weniger vom Morgigen abhängst, wenn du das Heutige in die Hand nimmst.“
    Ein 2000 Jahre alter Text, der bereits zu Zeitmanagement rät … Finde ich toll, dass du dieses Thema aufgreifst! Darauf kann man nicht oft genug hinweisen!

    1. Danke für die tollen Zitate! Mir ist auch schon aufgefallen, dass es gewisse Themen gibt, die einfach immer wieder kommen im Laufe der Zeit. Sie werden anders genannt, anders weiter gegeben – aber im Grunde haben sie in den meisten Fällen die selbe Botschaft.

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