Scheißtag!

Kennste? Kennste.

Wer von sich behaupten kann, niemals einen beschissenen Tag zu haben, ist mir suspekt – und ist vermutlich nicht ganz ehrlich zu sich selbst.
Denn egal wie positiv man zu sein versucht, jeder hat Tage, an denen er mit dem falschen Fuß aufsteht, mit dem anderen in einen Legostein tritt und beim Stolpern auch noch in die Kakteen fasst, ehe er beim Fallen das ganze Bücherregal mit runter reißt.
Vielleicht etwas überzogen, aber ich denke du weißt auf welche Art Tage ich hinaus will. Diese, an denen du schon weißt, dass du lieber im Bett bleiben solltest. An denen alles schief geht, was nur schief gehen kann.
Das blöde ist nur: Auch einen solchen Tag musst du rumbringen. Du musst aufstehen, dich um deine Kinder kümmern, Essen kochen, arbeiten gehen – egal in welcher Situation du dich befindest, irgendetwas ist immer zu tun. Also musst du dich zumindest wieder so weit in die Spur bringen, dass du funktionierst. Da das nicht immer ganz einfach ist, verrate ich dir heute ein paar Tricks, die sich bei mir selbst bewährt haben.

Wasser

Trinken. Bleib hydriert, damit zu dem Scheißtag nicht auch noch Schlappheit und Kopfschmerzen dazu kommen. Wenn dein Körper mit ausreichend Flüssigkeit versorgt ist (Tee und ähnliche Getränke ohne viel Zucker oder sonstige Zusatzstoffe gehen auch), fallen dir die Dinge schon sehr viel leichter, als wenn du obendrein auch noch mit den Auswirkungen des Flüssigkeitsmangels zu kämpfen hast.

Nochmal Wasser

Duschen/Baden. Es gibt unterschiedliche Typen von Menschen. Manche duschen lieber nur und nutzen Badewannen nicht gern – andere _lieben_ es. Ich gehöre definitiv in die letztere Kategorie. Meiner Meinung nach gibt es kaum eine Stimmung, die ein schönes ausgiebiges Bad mit Film oder Buch (oder auch einem Telefonat um sein Herz auszuschütten) nicht heben kann. Keine Zeit oder Lust um Baden zu gehen? Dann geh duschen! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, egal wie schlecht es mir geht, es mir immer ein wenig besser geht, wenn ich eine heiße Dusche hinter mir habe. Natürlich beseitigt das die Probleme nicht – aber es geht dir erst einmal besser und darauf kommt es an.

Joggen

Jaaa ich bin kein Cardiofreund. Cardio meide ich so gut es geht und wenn ich es brauche um ein gewisses Ziel zu erreichen, jammere ich am Anfang immer rum und versuche mich Pseudo-zu-drücken (pseudo, weil ich es am Ende doch tue – immerhin will ich ja etwas erreichen). Wenn es aber darum geht den Kopf frei zu kriegen, hat sich die Formel „Musik auf die Ohren + Laufen gehen“ bestens bewährt. Du konzentrierst dich auf die Atmung und deinen Schritt, die Musik wummert in deinem Kopf und anstatt tausend Gedanken nach zu hängen, wirst du irgendwann nur noch der Musik zu hören und auf die dumpfen Schläge achten, die deine Füße auf dem Boden hinterlassen. Joggst du in ein und dem selben Tempo vor dich her, hat das eine beruhigende Wirkung, du entspannst dich innerlich und verfällst schließlich in einen guten Rhythmus. Dein Kopf leert sich schließlich, ohne das du es groß mit bekommst und erhält dadurch die so benötigte Pause.

Ohr abkauen oder Krampf in der Hand?

„Was keine Miete zahlt, muss raus“ – das gilt nicht nur für diverse vertonte Körperausdünstungen, sondern auch für Gedankenkarussels. Wenn ein Tag ein Scheißtag wird, liegt das meistens daran, dass dir irgendwas im Kopf herum geht, was du nicht los wirst. Egal ob bewusst oder unterbewusst, es sind Dinge die dich beschäftigen und das wird nicht besser, solange du es in dich hinein frisst. Such dir eine vertrauenswürdige Person mit der du reden kannst und schütte ihr oder ihm dein Herz aus.
Niemand greifbar? Dann schnapp dir ein Tagebuch und schreibe auf was dich beschäftigt. Egal wie, wichtig ist, dass du die Probleme aus dem Kopf bekommst, um wieder Luft zum Durchatmen zu haben.

Ein weiterer Vorteil? Wenn du das was dir im Kopf herum gehst aussprichst oder aufschreibst, lässt du es zwangsläufig nochmal Revue passieren, denkst nochmal auf andere Weise darüber nach und kommst dabei sehr oft zu einer Lösung.

Eigene Rituale

Die oben aufgezählten Beispiele sind die Tricks, die bei mir wirken, um an einem Scheißtag wieder ein wenig runter zu kommen. Natürlich helfen auch noch andere Dinge wie Krafttraining (es sei denn die Konzentration geht mir völlig flöten, in einem solchen Fall sollte nicht mit schweren Gewichten hantiert werden), Musik hören oder einfach abtanzen – egal wie bescheuert man dabei aussieht. Und sicher fallen auch dir noch ein paar Methoden ein, die du ausprobieren kannst, um dich abzulenken oder kurzzeitig dafür zu sorgen das es dir besser geht. Nur um das am Rande zu erwähnen: Wenn ich merke das meine Nerven kurz vor dem Zerreißen sind und ich keine Möglichkeiten habe mich zu bewegen, mich auszusprechen oder eines der anderen Dinge anzuwenden, dann greife ich auch beherzt zu Schokolade und Co., um mein Nervenkostüm gezielt zu unterstützen. Auch das ist ein legitimes Mittel um mich selbst davor zu bewahren zu Hulk zu mutieren – nur eben eines das nicht allzu oft angewendet werden sollte. 😉
Was dich angeht: Finde heraus, was dir gut tut, was du gern machst und nach welchen Aktivitäten du dich besser fühlst. So hast du deine eigene Liste an Nothilfen zur Hand, wenn der nächste Scheißtag anrückt. Und das wird er, verlass dich darauf.

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mealice

7 Gedanken zu „Scheißtag!

  1. Was mich noch aus jedem einzelnen Scheißtag errettet hat, selbst wenn alle anderen Stricke rissen: Auf Youtube gehen und mir Bobby McFerrins „Don’t worry, be happy“ nicht nur anhören, sondern auch das Musikvideo schauen.
    Das bringt zumindest mich immer zum Grinsen.

  2. Jede Art von körperlicher Bewegung hilft dabei, Stress zu reduzieren. Aber nicht im schön gemütlichen Tempo, sondern Vollgas. Ich persönlich drehe so lange Bahnen im Hallenbad, bis ich nur noch darauf achte, mein Pensum zu erfüllen und nicht abzusaufen. Oder ich geh joggen und höre erst auf, wenn meine Klamotten komplett nass geschwitzt sind.

    Die körperlichen Unbehagen, die mit dem Sport einhergehen, lenken von destruktiven Gedanken ab. Oder habt ihr mal versucht, über etwas zu grübeln, während ihr Seitenstechen hattet und kaum noch Luft bekamt? Ich brauch DEFINITIV Schmerzen, um dem Hirnwichsen Einhalt zu gebieten…

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