[MWJ] Geburtstag ohne Weizen

Jedes Jahr aufs neue tue ich es unserem Planeten gleich und werde nur wenige Tage nach ihm ebenfalls um ein Jahr älter.
Dieses Jahr ist das dabei das erste, in dem ich meine Ernährung ziemlich weit greifend umgestellt habe. Was mir kurz vor meinem Geburtstag dazu einfiel war: Es gibt gar keinen Geburtstagskuchen. An sich ist das erst einmal kein Problem, da ich ohnehin kein großer Kuchenjunkie bin (es schmeckt, ich benötige es aber nicht zu meinem Glück). Sorgen gemacht haben mir eher die anderen, sprich meine Familie. Die Familie ist es schließlich, die immer einen Geburtstagskuchen auf den Tisch stellt oder dazu einlädt – nur das ich dieses Jahr nichts davon essen könnte.

Stolperstein Feierlichkeiten

Grübelnd wurde mir bewusst, wie viele Anlässe für Kuchen es eigentlich gibt. Noch dazu Anlässe, die sich praktisch ausschließlich auf das Kuchenessen konzentrieren, wie zum Beispiel der Sonntagsnachmittags-Kaffee bei Oma. Der Kuchen an Weihnachten, Geburtstage oder Ostern – im Grunde haben fast alle Feiertage irgendeine Verbindung zu Kuchen, Keksen, Plätzchen oder sonstigen weizenhaltigen Naschereien.
Da meine Mutter mich ziemlich unterstützt und Bescheid weiß, wäre es bei ihr sicherlich kein Problem, um den Kuchen herum zu kommen.
Weitaus mehr Sorgen machte ich mir um meine Oma. Omas und Kuchen – das kannst du nicht einfach trennen. Schon gar nicht, wenn sie mich sehen will, weil ich Geburtstag hatte.

Ich stand nun also vor zwei „Herausforderungen“: Dem Frühstück bei meiner Mutter (ohne Kuchen, aber mit Brötchen) und dem Kaffee bei meiner Oma (mit Kuchen).
Da ich mit dieser ganzen Weizensache gerade erst begonnen hatte, stand ich noch ziemlich wackelig da, überlegte hin und her und hatte so gar keine Lust, nach einer langen Reise von der ich gerade zurück war, nun auch noch einen weizenfreien Kuchen herzustellen, den ich überall verteilen könnte.

Kreativ werden

Einerseits wollte ich niemanden vor den Kopf stoßen, andererseits wollte ich auch nicht von meinem weizenfreien Jahr abweichen. Es galt also, kreativ zu werden.

Das Frühstück:
Wie gesagt ist meine Mutter zum Glück recht pflegeleicht was diese Angelegenheit betrifft und hat von sich aus gefragt, was sie zum Frühstück besorgen soll. Also orderte ich Avocado, Käse, Magerquark, Eier und Obst. Daraus würde ich mir schon irgendetwas basteln können und sie selbst könnte ja wie gewohnt frühstücken. Zu meiner Überraschung war sie zusätzlich zu meiner Bestellung noch einmal losgelaufen und hat die Bioläden gestürmt, um Dinkelbrötchen aufzutreiben, in denen garantiert kein Weizen enthalten ist.
Nur, damit ich doch noch zu meinem Geburtstagsfrühstücksbrötchen komme.
(Erwähnte ich schon, dass meine Mutter ein bisschen süß ist?)

Der Kaffee: 
Hier musste ich etwas knobeln. Einer Oma zu verklickern, dass man zum Kaffee (und Kuchen) keinen Kuchen essen möchte, ist schon etwas schwieriger. Klar machen konnte ich es ihr am Telefon schon, nur ihre Frage was sie mir sonst hinstellen könnte, war schon etwas schwieriger. Sicher gab es Ausweichmöglichkeiten, nur wollte ich ihr auch nicht unbedingt zumuten, nun durch die Läden zu rennen, sich zu informieren und erkundigen und dann in der Küche zu stehen und irgendwas zusammen zu mischen, wovon sie noch nie etwas gehört hat. Nach einigem hin und her und ein bisschen Gebrummel ihrerseits konnten wir uns aber schließlich darauf einigen, dass ich mir einen selbst gemachten Frucht-Chia-Quark mitbringe und ihn anstelle des Kuchens esse.

Wie sehr hat der Verzicht auf Weizen meinen Geburtstag also beeinflusst?

Im Grunde gar nicht. Sicher, ich musste im Vorfeld ein bisschen kreativ werden und hatte keinen Geburtstagskuchen. Aber wie bereits gesagt bin ich auf den Kuchen ohnehin nicht sonderlich scharf und für die anderen war es am Ende sogar eine Erleichterung. Meine Mutter musste keine Coppenrad und Wiesen-Torte extra besorgen (es gab sonst immer die kleine mit den Früchten drauf) und auch meine Oma musste weder backen, noch einen kompletten Kuchen kaufen. Für die anderen Mit-Esser wurden einfach ein paar Stücken Kuchen in der Bäckerei geholt und der Kaffee aufgebrüht.
Wenn ich jetzt so zurück blicke, war es also eigentlich sogar entspannter was den Kaffee und sehr viel üppiger und „exotischer“ was das Frühstück betraf.

Ansonsten hat es meinen Geburtstag in keinster Weise beeinflusst. Ich hatte mit meiner Mutter und meiner besten Freundin (die plötzlich überraschend im Raum stand) einen wunderschönen Tag im Spa und ein anschließendes (weizenfreies 😉 ) Abendessen beim Mexikaner.
Auch der Besuch bei meiner Oma war sehr entspannt. Nach anfänglichem beäugen meines Quarks, haben wir uns ziemlich schnell in unsere Gespräche vertieft und das was jeder von uns aß war kein Thema mehr.

Bis nächstes Jahr habe ich bestimmt auch ein passendes Kuchenrezept zur Hand und mit ein bisschen Vorlaufplanung vielleicht sogar die Lust, es umzusetzen. *g*

Fazit

Keine Angst vor Feiertagen, Geburtstagen oder sonstigen Familienzusammenkünften, bei denen Kuchen oder ähnliches eine große Rolle spielen. Alternativen finden sich immer und selbst wenn am Anfang (manchmal auch durchaus neugierig) geguckt wird, rückt das Essen sehr schnell in den Hintergrund. Denn eigentlich findet man sich an diesen Tagen ja zusammen, um etwas zu feiern, oder einfach Zeit miteinander zu verbringen. Das wird auch nicht dadurch beeinflusst, dass du Quark löffelst anstatt Kuchen zu futtern. 🙂

mealice

11 Gedanken zu „[MWJ] Geburtstag ohne Weizen

      1. gerne.
        ich teste vieles und mit diesem rezept lassen sich viele andere sachen machen. muffins und cupcakes zum beispiel.
        ist immer schnell gemacht, auch als kleines mitbringsel 🙂

  1. Kuchen ohne Weizen zu backen geht eigentlich ganz einfach, indem du Nussmehle anstatt Weizenmehl verwendest. Oder Muffins backen, das ist noch einfacher. 😉
    Auf meinem Blog kannst du entsprechende Rezepte finden. 🙂

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