„Jetzt ist die Packung aber schon offen“

Es gibt da diesen Moment, wenn du die Tafel Schokolade, die Tüte Chips oder die bevorzugte (ungesunde) Nascherei öffnest.
Dieser „eigentlich sollte ich das nicht essen“ – Moment.
Direkt gefolgt von dem „Aber jetzt ist es ja schon offen, also kann/muss ich es auch/eh essen“ – Gedanken.

Musst du etwas essen, nur weil die Packung schon offen ist?

Nein.
In der heutigen Zeit gibt es tolle Erfindungen diesbezüglich.
Plastikboxen, Zipbeutel, Keksdosen und was nicht noch alles.
Manche Packungen kann man sogar wieder ordentlich verschließen, sodass grundsätzlich nichts davon gegessen werden muss.

Dieser Gedanke des „Jetzt ist es doch eh schon…“ ist gefährlich, denn er ist nichts weiter als eine Ausrede,
die Rechtfertigung vor deinem schlechten Gewissen, das ein letztes Mal versucht einzuschreiten, ehe du etwas tust das du später bereust.

Weil du doch eigentlich abnehmen wolltest, um in dieses Kleid/diesen Anzug zu passen.

Genauso verhält es sich mit folgendem Gedanken:

„Naja, jetzt habe ich es gekauft und muss es sowieso essen.
Also esse ich am besten jetzt alles auf einmal, dann ist es weg und ich kann wieder gesund essen.“

Das funktioniert nicht, nie.
Denn wenn die Sache alle ist, kaufst du sie beim nächsten Mal einfach wieder.
Wieder isst du sie schnell weg, um dann gesund weiter machen zu können und trotzdem landet das selbe Produkt spätestens zwei Einkäufe später wieder im Einkaufswagen.
Weil es so gut schmeckt, weil du einen harten Tag hattest, weil du dir ab und zu auch mal was gönnen willst/musst, weil du in dem Moment zu deutsch gesagt „drauf scheißt“.
Zu Hause angekommen, geht die Spirale von vorn los.
Du öffnest die Packung, das schlechte Gewissen greift, der beruhigende Gedanke wird abgespult und du futterst fleißig weiter in dich hinein.

Was bewirkt dieser Gedanke?

Diese vor dir selbst angebrachte Ausrede gaukelt dir vor, das das Kind praktisch schon in den Brunnen gefallen ist, das es schon zu spät ist und du selbst machtlos bist.
Machtlosigkeit in puncto Essverhalten ist eine beliebte Ausrede.
Du kannst ja gar nichts dafür das du dich ungesund ernährst, du selbst bist ja nur das Opfer, das nichts dagegen unternehmen kann.

Dabei werden die wichtigsten Punkte völlig ausgeblendet:

  • Du kaufst diesen Beutel mit kleinen Schokoriegeln
  • Du öffnest diesen Beutel/den Schokoriegel
  • Du schiebst ihn dir in den Mund, kaust, schluckst runter
  • Du kaufst diesen Beutel nochmal

Es ist wichtig, dieses Muster zu erkennen und zu durchbrechen.
Diese fixe Idee von „es ist schon zu spät“ abzustreifen.
Es ist nie zu spät um etwas nicht zu essen, das du eigentlich nicht essen willst, bzw. von dem du weißt, das es dich daran hindern wird, endlich so fit zu werden wie du es gern sein möchtest.

Zu spät ist es erst, wenn der Beutel leer ist und du alles runter geschluckt hast.
(Nein, erbrechen ist keine Lösung für das Problem! Leb damit und mach es beim nächsten Mal einfach besser.)
Selbst wenn du die Kontrolle verlierst und ein paar Schokoriegel futterst, hast du jederzeit und an jedem Punkt die Möglichkeit, der Sache wieder Herr zu werden.
Du musst die Sache nicht zwingend „zu Ende bringen“ und die ganze Großpackung vernichten.

Und wenn du was gekauft hast was du eigentlich nicht mehr Essen wolltest?

Wirf es weg. Verschenke es.
Verschwendung von Geld?
Ja. Aber ist das ein Grund es zu essen?
Weil es sonst Geldverschwendung wäre?
Nein.

Je mehr es „weh tut“ (aufgrund der Geldverschwendung), desto besser.
Wirf es weg/verschenke es und schreib dir auf, wie viel Geld du dadurch verloren hast.
Das machst du jedes Mal wenn dir das passiert und dann addiere die Beträge und schau dir an wie viel Geld du verschwendet hast für „Nahrung“ die dich nicht weiter bringt.

Damit gewinnst du einen zweiten Punkt, der (neben dem was du deinem Körper damit einfach antust) gegen einen ungesunden Lebensstil spricht: Geld.
Denn selbst wenn du das Verschenkte gegessen hättest, hättest du keinen wirklichen Nährwert davon gehabt, ganz im Gegenteil hättest du eher noch mehr gegessen.
Investiere dein Geld lieber in gehaltvollere Nahrung, die lange sättigt, gesund ist und die dein Körper wirklich gebrauchen und verarbeiten kann.

Versteh mich nicht falsch: Hin und wieder naschen, es schleifen lassen und auch mal eine Woche lang Süßkram in sich reinstopfen sind völlig legitim.
Manche bezeichnen es als „Cheatday“, andere als Rückschlag – das ist ganz egal.

Es geht darum, aus dieser regelmäßigen, für manche täglichen Spirale aus kaufen, schlechtem Gewissen, Ausreden vor sich selbst, es dann doch essen, sich schlecht fühlen und wieder alles von vorn zu beginnen, auszubrechen.
Darum, das „manchmal“ eben auch nur manchmal stattfindet und nicht täglich.

Jennifer Aniston hat das Ganze schön zusammen gefasst:

„Ich esse gut und ich treibe Sport, aber ich gönne mir auch etwas wenn ich das will. Ich hungere mich nicht extrem aus. Mein Rat: Hör einfach nur auf, jeden Tag schei** zu essen.“

Dem ist von meiner Seite aus nichts mehr hinzuzufügen.

Welche Erfahrungen hast du mit „entschuldigenden Gedanken“ gemacht? 

signatur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.