Die beste Freundin

Nicht jede Frau hat eine, aber jede sollte eine haben: Die beste Freundin.

Sie ist diejenige, die du anrufst, wenn etwas neues passiert ist, etwas aufregendes, etwas trauriges, etwas unglaubliches.

Sie ist diejenige der du erzählst wenn du verliebt bist – oder wenn dir jemand das Herz gebrochen hat.
Sie ist die Person die so gut wie immer weiß wo du gerade bist und was du gerade tust.
Ganz egal was du erlebst und was dir tolles widerfährt – es ist erst offiziell wenn sie es weiß.
Deine beste Freundin ist die Person, der du am meisten vertraust, deine selbst gewählte Familie und deine wichtigste Bezugsperson.
Selbst wenn deine Welt in Trümmern liegt, ist sie da um dich in den Arm zu nehmen und dir zu erzählen das alles wieder gut wird.
Sie ist dazu da, dir in den Hintern zu treten und dich anzumaulen wenn du dich in Selbstmitleid suhlst und diejenige die dir erzählt das du in diesem einen Kleid total blöd aussiehst, aber dein neuer Rock dir total steht.

Und das wichtigste: Sie ist die Person, der du glaubst.

Freundschaft

Freundschaft ist, wenn man sich freut den anderen zu sehen, wenn man füreinander durch dick und dünn geht, wenn man für den anderen aufsteht obwohl man eigentlich keine Lust hat.
Freundschaft ist, wenn man sich streiten kann, anzicken, auflegen, schmollen und stur sein – und sich trotzdem vermisst.
Wenn man nach zwei Tagen kleinlaut anruft oder angerufen wird und alles wieder in Ordnung ist.
Freundschaft ist, wenn man seine Träume und Pläne teilt, den anderen darin bestärkt oder seine Bedenken anbringt – und ihm oder ihr dann trotzdem dabei zur Seite steht.
Freundschaft ist, den anderen zu lieben, gerade weil er oder sie so durchgeknallt ist, verrückte Pläne zu machen und bis morgens um halb eins zu telefonieren – mitten unter der Woche.

Warum die beste Freundin so wichtig ist

Früher mochte ich andere Frauen nicht sonderlich. Frauen sind hinterhältig, verlogen und lästern.
Ich mochte lieber Männer (bzw. damals waren es noch Mädchen und Jungs).
Dann stellte ich fest das Männer genauso sind und hörte auf nach Geschlechtern einzuteilen und konzentrierte mich mehr auf den Menschen an sich.

Was ich allerdings schon seit der Grundschule an meiner Seite hatte, war eine beste Freundin.
Sie gehörte nicht zu den beliebten Mädchen der Klasse (ebenso wenig wie ich), sie war keine Überfliegerin, kein acht jähriges Supermodel, nicht die Klassenbeste – sie war ein ganz normales Mädchen.
Ein wenig schüchtern kam sie neu in die Klasse – und zwischen uns hat es sofort gefunkt.
Vom ersten Moment an waren wir unzertrennlich, verbrachten fast jeden Tag auch nach der Schule zusammen, wuchsen gemeinsam auf.
Heute haben wir leider nur noch wenig Kontakt, da wir weiter auseinander wohnen und jede ihr eigenes Leben führt.
Es hat sich ein wenig verlaufen, aber dennoch: Wenn wir uns sehen, ist es als hätten wir gestern erst gesprochen, vertrauen uns alles an, sprechen über alles was in unserem Leben passiert, unsere Sorgen und Nöte, das positive, das negative, unsere Geheimnisse.
Heute fühle ich mich eher so, als wäre sie meine kleine Schwester und Freundin. Wir kennen uns inzwischen seit 19 Jahren und haben uns in dieser Zeit ganze zwei Mal gestritten.
Zwei mal, in 19 Jahren.
Sie ist die Person, die ich kenne wie mich selbst, sobald sie durch die Tür kommt, fühle ich mich zu Hause und egal was das Problem ist: Alles ist gut.

Meine beste Freundin, mit der ich heute täglich Kontakt habe, ist Bina (miss.geschick.t).

Sie ist diejenige, mit der ich fast täglich telefoniere, die ich als erstes informiere wenn etwas passiert ist und mit der ich meine verrückten Ideen teile.
Sie ist diejenige, mit der ich mich zoffe und dann zwei Tage lang vermisse wie die Hölle.
Die mit der ich plane, im hohen Alter gemeinsam mit unseren Männern auf der Terasse zu sitzen und sie im Monopoly abzuziehen.

Warum sie so wichtig ist? 

Weil sie mein Anker ist, meine Bezugsperson abseits der Familie.
Mein Spiegel und schlaues Buch. Mein Wingman und meine Reisebegleiterin.
Weil sie ähnliche Träume hat wie ich, weil wir auf einer Wellenlänge sind.
Weil wir glücklicherweise nicht direkt auf den selben Typ Mann stehen.
Weil wir lachen bis wir vor Bauchschmerzen nicht mehr können und bis spät in die Nacht telefonieren.
Weil sie in mein Leben gepurzelt ist, als ich sie gebraucht habe.

Sie ist verrückt und zickig, manchmal seltsam, manchmal ganz logisch – sie ist wie ich.

Es ist wichtig für eine Frau eine beste Freundin zu haben (für Männer ist es umgekehrt vermutlich ebenso, aber da ich keiner bin, kann ich da auch nicht aus erster Hand schreiben). Sie stellt eine wichtige Konstante da, einen Anker in stürmischen Zeiten und ein Punkt, zu dem man immer wieder zurück kehren kann, egal welchen Mist man gerade durch macht.
Der Ratgeber in schwierigen Situationen, das Kopfkissen bei Liebeskummer, die Komplizin bei imaginären Racheplänen und die Partnerin bei den verrückten Lebensträumen die man sich verwirklichen will.

Ohne beste Freundin würde etwas fehlen, etwas sehr wichtiges.
Seine Familie kann man sich nicht aussuchen, Freunde und Männer kommen und gehen.

Aber die eine, die beste, ist die die an deiner Seite steht – ganz egal was passiert.
Und deshalb liebst du sie.

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3 Gedanken zu „Die beste Freundin

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