Endlich aufgeräumt!


Ich habe die Zeit nach den Feiertagen genutzt, um ein Buch zu lesen:
Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert.
In Japan soll es ein Bestseller sein, hierzulande habe ich von diesem Buch noch nichts gehört. Eher habe ich es durch Zufall beim Stöbern auf der Homepage von Thalia gefunden. Reinlesen konnte man auch und das was ich gelesen habe hat mir gefallen – also hab ich es bestellt.
Sobald es da war, habe ich in jeder freien Sekunde rein geschaut und es nahezu verschlungen.

Worum gehts?

In dem Buch geht es ums Aufräumen. Aber nicht nur. Es geht hauptsächlich eigentlich darum, sich mit seinem Besitz zu beschäftigen – und ihn um einen großen Teil zu reduzieren. Marie Kondo bringt es mit ihrer „Konmari“-Methode auf den Punkt: Man besitzt viel zu viel Krempel, der einen nicht glücklich macht.

Anstatt auszumisten nach dem Motto „habe ich geschenkt bekommen“, „könnte ich irgendwann brauchen“, „will ich irgendwann lesen“, „ist doch noch haltbar“ usw., gibt es bei ihrer Methode nur eine einzige Frage die man sich stellt: „Macht mich diese Sache glücklich?“
Die Methode verlangt, nach Kategorien auszumisten (Kleidung, Bücher, Papiere, Kleinkram, Erinnerungsstücke) und wirklich jedes einzelne Ding aus dem Schrank heraus und in die Hand zu nehmen, es zu betrachten und sich die Frage zu stellen, ob die Sache einen glücklich macht, oder nicht.
Am Ende des Ausmistens geht es darum, für jede Sache die man noch besitzt, einen festen Platz zu finden, an dem man sie immer wieder zurück räumt.

Sie verspricht, das man mit ihrer Methode nur einmal aufräumt – dafür aber richtig – und dann nie wieder.
Umsetzbar ist es alle mal, denn im ersten Schritt reduziert man seinen Besitz und lernt mit der richtigen „Denke“ auch, nicht wieder so viel unnötigen Kram anzuhäufen und im zweiten Schritt findet alles seinen festen Platz, an den man es sofort nach Benutzung zurück stellt.
Wird das konsequent durchgezogen, muss man tatsächlich nur ein einziges Mal aufräumen und ansonsten eher instand halten.
Was bei einer perfekt aufgeräumten Wohnung allerdings viel mehr Spaß macht als in einer vollgestopften Chaotenbude.

Fazit zum Buch

Wenn ich dir diesen Monat ein Buch empfehlen müsste, dann dieses.
Nicht nur habe ich es regelrecht süchtig verschlungen, es hat auch meine Neujahrsmotivation gegriffen und in pure Arbeitswut verwandelt.
Zu betonen ist, das ich sowohl Kleidung, Handtaschen und Schuhe, als auch Bücher gerade erst ausgemistet hatte und zwar auf die übliche Art und Weise.
Getreu der Konmarimethode bin ich die Sache nochmal angegangen und habe geschlagene fünf große Müllsäcke (die um die 45 – 60 Liter!) an Klamotten, Schuhen und Handtaschen ausgemistet, drei normal große Stoffbeutel an Büchern zur Bücherei gebracht und am Tag darauf einen großen Müllsack und um die 12 normale Plastiktüten (Müllsäcke waren alle) an Papiermüll und Kleinkram weggeworfen. Außerdem habe ich endlich meinen alten PC, der schon um die fünf Jahre ungenutzt bei zwei Umzügen mit dabei war endlich entsorgt und einen alten Schuhschrank in den Keller gebracht, wo er mit dem restlichen Sperrmüll ebenfalls entsorgt wird.

Mein häufigster Gedanke während des Ausmistens war folgender: Was hast du eigentlich alles für Scheiß aufgehoben?

Bevor man sich nicht ausgiebig mit seinem Besitz beschäftigt und zwar auf die richtige Art und Weise – befreit von Ausreden jeglicher Art – weiß man gar nicht was man alles besitzt und vor allem wie viel unnötigen Müll man aufbewahrt.
Ich bin sicherlich kein Messie und miste mehrmals im Jahr meine Wohnung aus, aber was ich innerhalb von ein paar Tagen jetzt rausgeworfen habe, übersteigt in der Dimension so ziemlich alles was ich bisher an Aktionen gefahren bin.

Und wie geht es mir jetzt?

Blendend.
Interessanterweise habe ich jetzt das Gefühl, viel mehr zum Anziehen zu haben als vorher.
Weil ich endlich wirklich sehe was ich habe und was nicht. Ich weiß das ich jetzt alles was in meinem Schrank liegt, anziehen kann.
Vorher war es immer Glück ob ich was gutes aus dem überfüllten Schrank ziehe, oder Klamotten „zweiter Klasse“ die ich nur zu Hause tragen kann wenn mich keiner sieht. Jetzt gehe ich an meinen Schrank und sehe nur Kleidung, die ich wirklich gern trage.
Genauso geht es mir mit meinen Büchern. Vorher ist mein Blick immer mal wieder auf ein Buch gefallen das in mir den Gedanken ausgelöst hat „ach ja.. das musst du ja auch noch lesen“, obwohl ich dazu gar keine Lust hatte. Es waren Bücher die ich besaß, aber noch nie gelesen hatte und Bücher sind zum Lesen da.
Diese Bücher sind jetzt weg und auf meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher) befinden sich nur noch Bücher, die ich auch gern lesen möchte.

Hatte ich vorher nie genug Kisten und Schubladen um alles zu verstauen, habe ich jetzt plötzlich Platz in den Schubladen und Regalen.
Zusätzlich stapeln sich um die 10 leeren Boxen in meiner Küche, für die ich entscheiden muss, was ich darin verstauen möchte und ob ich sie noch benötige oder wegschaffe. Vermutlich werde ich sie nutzen, um meine Weihnachtsdeko darin unterzubringen und bis zum nächsten Winter im Keller zu lagern.

Noch habe ich nicht alles geschafft, sowohl mein Wandschrank als auch mein Keller müssen noch ausgemistet werden.
Sicherlich finde ich auch in der ein oder anderen Ecke noch Dinge die weg können und auch meine Papierordner werden noch überarbeitet.
Trotzdem habe ich das Gefühl, verdammt weit gekommen zu sein in den letzten paar Tagen.
Ich fühle mich zufrieden und ausgeglichen, komme auch in anderen Dingen voran (wie zum Beispiel mit der Umgestaltung meines Blogs, wie dir vielleicht aufgefallen ist) und bin bereits jetzt viel bedachter darauf, Ordnung in meiner Wohnung zu halten.
Viele Dinge haben schon ihren festen Platz, andere werden nochmal umziehen wenn ich etwas an der Wohnung verändere (zum Beispiel will ich ein neues Bett mit Schubladenkästen und ein paar Schubladen für meinen Pax Schrank kaufen), langsam aber sicher nimmt die Ordnung in meiner Wohnung aber Form an.

Aktionsbilder

Vorher (Kategorie Kleidung an einem Ort versammelt)

IMG_20140105_154100

Ausgemistet (Kategorie Bücher, Kategorie Kleidung)

IMG_20140105_233038IMG_20140105_232723

Nachher (Kleiderschrank)

IMG_20140105_233022IMG_20140105_232957

Und was ist mit dir?

Ich empfehle dir, dir das Buch zu besorgen, es gründlich durch zu lesen und es anschließend einfach anzugehen.
Du kannst nur gewinnen wenn du dich auf diese Sache einlässt, davon bin ich fest überzeugt.
Noch kurz zur Info: Ich wurde um diesen Artikel weder gebeten, noch dafür bezahlt ihn zu schreiben.
Dieser Artikel hat nur eine Aufgabe: Dir ein Buch vor zu stellen das ich gefunden und zu nutzen gelernt habe. Es ist eine Erfahrung die sehr positiv für mich war und die ich deswegen mit dir teilen möchte.

Wenn du es ausprobierst oder andere Methoden hast an das angesprochene Problem (zuviel Krempel, ständig Chaos) ran zu gehen, schreib mir doch einen Kommentar unter diesem Artikel.

Me, Alice

17 Gedanken zu „Endlich aufgeräumt!

  1. Hey Alice, gerade bin ich auf diesen alten Post gestoßen, ich würde gerne wissen, wie es bei dir jetzt mit der Ordnung aussieht – profitierst du immer noch von der Methode?
    Außerdem würde mich interessieren, was du von der Zusammenleg-Methode hältst, du hast ja, wenn ich es auf den Bildern richtig sehe, nach wie vor die Tshirts aufeinander liegen und jetzt nicht so vertikal gestellt wie es für die KonMari Methode üblich ist, oder?
    Danke für den spannenden Artikel & ehrlichen Erfahrungsbericht!
    Liebe Grüße! Mathilda

    1. Hallo Mathilda! 🙂

      Profitiert habe ich von dem Buch und der Methode auf jeden Fall. Bei mir herrscht inzwischen eine Grundordnung, die ich vorher nie hinbekommen habe. Wenn doch einmal etwas herum liegt, habe ich die komplette Wohnung in fünf Minuten aufgeräumt, weil es sich dann wirklich nur um Dinge handelt, die noch keinen festen Platz haben und ich dann einfach in dem Moment zu faul war, einen zu suchen.

      Wie sie im Buch schon schreibt, dauert es eine Weile, bis man sich da komplett eingeschliffen hat. Auf jeden Fall habe ich nie wieder so viel Krempel angehäuft und miste auch immer noch regelmäßig aus. Nur das es jetzt natürlich spärlicher ausfällt, weil viel weniger da ist. Ich fühle mich immer noch sehr viel wohler und zufriedener als je zuvor in meiner Wohnung.
      Da in meinem Schrank eher Fächer als Schubladen sind, lege ich meine Shirts flach zusammen (trotzdem ist noch immer so viel Platz, dass ich sogar fast alle meine Bücher noch im selben Schrank untergebracht habe). Nur Tanktops falte ich und stelle sie in einer Reihe auf und die Socken werden zusammengerollt und in so einem Ikea-Kasten für die Schublade (Kommode) aufgestellt. Das ist ziemlich praktisch, weil man morgens nur eine Rolle raus greift, anstatt los zu suchen. 🙂

      Liebe Grüße, Alice

      1. Hey Alice,
        danke für deine ausführliche Antwort. Dann hat dir die Lektüre und das Ausmisten also wirklich was gebracht und zu einem neuen Lebensgefühl verholfen! Ich habe mir jetzt ihr Buch bestellt und bin gespannt es zu lesen – auch wenn ich dank diversen Blogs und Youtube die Grundprinzipien schon kenne, wird es mich hoffentlich noch stärker in die richtige Grundstimmung bringen. Meine größte Sorge ist ja, dass ich danach gar nichts mehr habe, was Kleidung angeht, weil ich sowieso schon sehr wenig besitze…. aber wir werden sehen. Vielleicht werde ich auch auf meinem Blog darüber berichten! 🙂
        Nochmals dankeschön!
        Mathilda

        PS. Ich lese immer dein Schriftstellerblog und war ganz überrascht, zu sehen, dass du noch ein weiteres Blog schreibst!

        1. Ja das auf jeden Fall! Einer Freundin hatte ich das Buch übrigens auch empfohlen, sie hat es ebenfalls gelesen, angewendet und fühlt sich schon sehr viel wohler. 🙂

          Die Sorge mit der Kleidung hatte ich auch, aber hinterher habe ich realisiert, dass sich an der Kleidung selbst eigentlich gar nichts geändert hat. Zwar habe ich viel entsorgt, aber eben die Dinge, die ich ohnehin nie getragen habe. Ich hatte hinterher also lediglich mehr Platz im Schrank. *g*

          Poste gern den Link, wenn du deine Erfahrungen zu dem Buch beschreibst, ich würd es gern lesen dann. 🙂

          PS: Das hier war sogar mein erster Blog, der Autorenblog kam erst später hinzu. *g* Ich würde mich freuen, wenn ich dich auch hier öfter begrüßen darf. 🙂

  2. Was für eine traurige Sicht auf das Leben und die Dinge!
    Bei mir gibt es so vieles, was ich tatsächlich „irgendwann mal“ brauche und dann froh bin, es nicht „entsorgt“ zu haben.
    Bei mir gibt es so vieles, an dem ich mich immer wieder freue, und wenn es nur alle drei Jahre mal ist.
    Bei mir gibt es so vieles, was einfach nur gelegentlich nützlich ist.
    Und bei mir gibt es manches, was ich gerne weggebe, sobald der richtige neue Besitzer kommt. Bis dahin lagert es eben auf dem Schrank.
    Aber vielleicht ist das der Unterschied zwischen „modern living“ (con var.) und dem, was ich vorziehe: „leben“.
    Irja.

    1. Hallo Irja,

      erstmal danke für deinen Kommentar! 🙂

      Ich empfinde diese Sicht aber nicht als „traurig“. Seitdem ich ausgemistet habe, fühle ich mich sehr viel wohler als vorher. Ich räume lieber und stetiger auf, meine Wohnung ist ordentlich und sauber, ich fühle mich nicht mehr so müde und lustlos wenn ich nach Hause komme.
      Ganz im Gegenteil – ich habe jetzt immer ein kleines Lächeln auf den Lippen, wenn ich in ein aufgeräumtes zu Hause komme.

      Bis jetzt habe ich noch nicht ein Ding vermisst das ich entsorgt habe. An die meisten erinnere ich mich nicht einmal. Ich hatte vergessen das ich sie hatte und ich habe sie auch nach dem Entsorgen gleich wieder vergessen. Gesehen habe ich immer nur den Krempel, den ich irgendwo unterbringen musste, aber nicht die schönen Dinge die ich besitze (und auch immer noch besitze).

      Es geht bei dieser Art des Ausmistens ja darum, das zu behalten was dich glücklich macht und die Dinge, die dich eher innerlich aufseufzen lassen aus deinem Leben zu entfernen.
      Das hat auch nichts mit „modern living“ zu tun, sondern damit das ich mich mit Dingen umgeben möchte die ich mag und an denen ich mich erfreuen kann.

      Ich habe mich während dieser Ausmistaktion mehrere Tage lang mit den Fragen beschäftigt:

      – Macht dich dies/das/jenes glücklich?
      – Was macht dich generell glücklich?
      – Wo willst du hin?
      – Was für ein Leben möchtest du führen?

      Das was ich jetzt habe ist meine Antwort.

      Meine Wohnung ist jetzt ja nicht leer, ich lebe keinen „Minimalismus“.
      Es ist immer noch gemütlich bei mir. Nur mit dem Unterschied das ich jetzt besser weiß was mir gefällt, was ich möchte und ich jetzt auch wieder genauer planen kann, was in meiner Wohnung noch fehlt.

      Es war eine Art Befreiung von den Teilen meiner Vergangenheit die mich nicht glücklich gemacht haben. Sie sind nicht vergessen, aber sie belasten mich jetzt weniger.
      Weil ich nichts mehr mit mir herumschleppe was mich runterzieht und ich mich auf mein Leben konzentrieren kann und auch die Kraft habe, es in vollen Zügen zu genießen.
      Das ist für mich „leben“.

      Liebe Grüße, Alice 🙂

      1. Was Du auch in 6 Monaten noch nicht vermisst, ist wirklich gut entsorgt. Und das Wohlfühlen in einer Wohnung, in der man sich bewegen kann und nicht jeder Blick auf einen „Misthaufen“ fällt, ist wichtig!
        Ich bin nur kritisch gegenüber diesen „Entrümpelungs-Gurus“ unserer Wirf-weg-Kauf-neu-Gesellschaft, die allen einzureden versuchen, man müsse bloß materiellen „Ballast abwerfen“, um danach light & happy zu sein.
        Was ich wirklich wichtig finde: Nicht einfach „wegwerfen“ (= in den Müll), sondern schauen, ob andere Leute (oder Institutionen) nicht noch etwas von den Sachen brauchen können. Das geht nicht mit allen Dingen und auch nicht in jedem Ort, aber doch häufiger, als man gemeinhin annimmt.
        Ich hatte einst Geschirr zu entrümpeln – das nächste Obdachlosenheim nahm es gerne. (Und eine Garnitur Gläser landete in der Kaffeeküche eines Sekretariats.)
        Selbst alte Socken (gewaschen! logisch!) kamen einmal gut in einem Kindergarten an: als Bastelmaterial! (Hätte ich damals auch nicht gedacht, war reiner Zufall.)
        Umgekehrt bin ich froh, gelegentlich alte große Blumentöpfe „Zum Mitnehmen“ vor einem Gartenzaun zu entdecken. Und ein „ausgesetzter“ Ton-Drache (Marke „Nippes-Gerümpel“) zierte eine Weile lang mein Kräuterbeet (und machte mir jedes Mal beim Schnittlauchholen Freude). 🙂
        Liebe Grüße, Irja.

        1. Hallo Irja,

          oh nein, in diese Richtung ging es gar nicht mit dem Entrümpeln. Es geht vielmehr darum, sich mit seinem Besitz zu beschäftigen, jedes Teil in die Hand zu nehmen und sich zu fragen: Macht mich das glücklich?

          Wenn die Antwort „nein“ ist oder man stundenlang überlegen muss, ohne zu einem Ergebnis zu kommen, dann erst soll man diese Sache entsorgen.

          Das bei mir (und anhand der Beispiele in ihrem Buch auch bei vielen anderen Leuten) so viel zusammen kam, liegt vor allem daran, das ich so viel immer wieder verschoben oder unnötigerweise aufgehoben habe.
          A la „entsorge ich später irgendwann mal“, oder „habe ich geschenkt bekommen“ und so weiter und sofort.
          Ich habe sogar Geburtstagskarten (alle!) aufgehoben aus den ganzen letzten Jahren, teilweise von Leuten, die ich Jahrelang nicht mehr gesehen habe. Rechnungen die teilweise über zehn Jahre alt waren von Firmen die damals neu waren und die es inzwischen teilweise schon gar nicht mehr gibt.

          Das Buch hat mir einfach geholfen, mein Denken zu ändern und zwar dahingehend, das ich nun weiß welche Dinge ich wirklich um mich herum brauche/möchte und welche ich nur aus Faulheit oder den falschen Überlegungen gebunkert habe.
          Bei den Geburtstagskarten zum Beispiel erinnern sich die Leute gar nicht mehr daran das sie sie mir mal geschrieben haben. Ich zumindest erinnere mich nicht mehr an Karten die ich verschenkt habe.
          Es reicht sie sich eine oder zwei Wochen hin zu stellen und sich daran zu erfreuen und dann kann sie weg.
          Stattdessen habe ich sie gesammelt, weil ich ein schlechtes Gewissen dabei gehabt hätte sie weg zu werfen und so waren sie immer da, haben Platz besetzt und wurden nie wieder gebraucht. Etwas nur wegen schlechtem Gewissen („hat mir doch einer geschenkt!“) aufzubewahren wenn der andere das nicht mal mehr weiß, empfinde ich als unnötig, wenn man die Sache eigentlich als störend empfindet und lieber los werden möchte.

          Es ging kurz gesagt darum, das ich all meinen Krempel los geworden bin, der meine Schränke voll gestopft hat und der jetzt weg ist.

          Wenn ich morgen flüchten müsste, wäre ich immer noch nicht in der Lage in 5 Minuten meine Tasche zu packen (obwohl doch, Notizen, Geld, Handy, Laptop – der Rest ist ersetzbar^^) – meine Wohnung ist also nicht leer und schon gar nicht minimalistisch. Da möchte ich auch gar nicht hin. Denn wie du schon sagst, man sollte schon in seiner Wohnung „leben“ und nicht nur Modell sitzen. *g*

          Trotzdem war diese Ausmistaktion (oder ist sie auch immer noch, die Autorin setzt ungefähr ein halbes Jahr an für ein Haus, bis es von oben bis unten entrümpelt ist) sehr motivierend und ja auch wenn es abgekaut klingt, ziemlich befreiend für mich. 🙂

          „Entsorgen“ heißt in dem Sinne nur das man es aus dem Haus schafft. Natürlich kann Kleidung gespendet werden und auch die anderen Sachen noch untergebracht.
          Meine Kleidung spende ich normalerweise immer wenn ich sie aussortiere (das ich diesmal wirklich alles einfach nur entsorgte, hatte persönliche Gründe, die nächsten ausgemusterten Sachen werden wieder brav gespendet) und die aussortierten Bücher gingen ohnehin in die Bücherei. Bücher könnte ich gar nicht wirklich wegwerfen in dem Sinne.

          Was noch in den Müll wanderte: zerrissene Rechnungen, alte Infoschreiben die keinen Infowert mehr hatten, kleine Buttons, Kleinkram wie kaputte Radiergummis, Zettel mit ominösen Nummern etc.

          Dinge die ich nur aussortiert habe weil ich sie doppelt und dreifach hatte, wie zum Beispiel ein Silikonbackpinsel (5 Stück, alle nach und nach geschenkt bekommen), habe ich einer Freundin weiter gereicht die noch keinen hatte.

          1. Ich sehe schon, es hat offenbar auch Vorteile, in einer sehr kleinen und schon ziemlich vollgestellten Wohnung zu leben: Man überlegt sich schon beim Einkaufen, was man wirklich braucht! (Oder auf dem Flohmarkt, wo dieses hübsche Dingsbums noch hinpassen könnte – nirgends? Tja, dann halt nicht, schnief.)
            Geburtstagskarten (soweit nicht eh schon digital ) kommen bei mir natürlich ins Tagebuch. Aber das führt nicht jeder, ergo …
            Die Überlegung “Was würde ich mitnehmen, wenn ich fliehen müsste”, ist nicht schlecht, um die wichtigsten Unterlagen immer beisammen zu halten. (Es reicht ja ein Zimmerbrand!) Als Lebensgrundlage bzw. -umgebeung wäre mir das auch zu mager.
            Ach ja, die Zettel mit den ominösen Nummern! Oder noch besser: halben, völlig unverständlichen Notizen! (Hm, da ließe sich womöglich sogar eine Story draus machen … )
            Na, jedenfalls noch viel Glück beim Entrümpeln! Sei es durchs Loswerden oder durchs Wiederfinden von bereits Vermisstem (auch das kommt bei derlei Aktionen ja durchaus vor).
            Gruß, Irja.

          2. Das stimmt, wiedergefunden habe ich Dinge auch schon! Ist eben doch praktisch wenn man im Zuge einer Aktion gezwungen ist, seinen ganzen Besitz mal hervor zu kramen. *grins*

            Oh du gehst auf Flohmärkte? Das möchte ich auch immer so gern aber es gehört zu den Dingen die ich irgendwie nie mache (hmpf)

            Lesen kann ich die meisten Notizzettel zum Glück. Da ich schon immer eine Sauklaue hatte, bin ich daran gewöhnt. 😀

            Kleiner Zwischenstand: Die Wohnung ist immer noch recht aufgeräumt und ich bin ziemlich stolz darauf. Sonst hielt das immer nicht sehr lange. *hüstel*

  3. Hi! Zum ersten Mal hinterlass ich nun auch einen Kommentar 😀 (Biggi hier :>)

    Zum Vorkommentar: schau dir mal das Youtube-Video hier an, das hat mir gut geholfen was „dekorative Kleidung“ anging 🙂 Ich hatte nämlich das selbe Problem 🙂 https://www.youtube.com/watch?v=46pfBktgx_o

    Find die Methoden toll! Das Buch habe ich nicht gelesen, aber ich miste zwischendurch immer wieder aus, vor allem bei Umzügen 🙂 Aber auch so schaue ich immer wieder was herum liegt und miste auch meinen Kleiderschrank immer wieder aus. Allerdings nicht soo konsequent wie die Autorin es wohl vorschlägt 🙂

    1. Hiii 🙂
      Freut mich das du schreibst 🙂

      Ich habe auch immer nur so Larifari ausgemistet, aber das hat mich irgendwann genervt. Meine Wohnung ist jetzt viel aufgeräumter.
      Das einzige was ich bis jetzt bereue, ist das ich einen Reisegutschein für 50€ entsorgt habe nachdem es hieß das wir mit Auto in den Urlaub fahren.
      Jetzt fliegen wir und ich könnte ihn gebrauchen. Shit happens. ^^

      PS: Danke für den Link, ich schau ihn mir bei Gelegenheit an! 🙂

  4. Ich glaube, für mich wäre die Methode nichts – denn so wie ich mich kenne, würde ich auf diese Weise Gegenstände, die ich zwar regelmäßig oder zumindest unter bestimmten Umständen brauche (wie Handtaschen, Rucksäcke, Handschuhe, Leggins etc.), die mich aber nicht glücklich machen (ich hasse Handtaschen, Rucksäcke, Handschuhe und Leggins…), fortwerfen. Dafür aber einen Haufen dekorativer Kleidung behalten (die mich zwar glücklich macht, die ich aber bestenfalls einmal im Jahr trage) und natürlich bekäme ich auf diese Weise kein einziges Buch ausgemistet ^^.
    Ob eine Methode/ein Buch etwas bringt, hängt also sehr davon ab, ob der Leser darauf anspricht :).

    1. Das ist bei jedem Buch und jeder Methode aber so denke ich. Ich habe schon beim Lesen gemerkt „das ist ein Buch auf das man sich einlassen muss“.
      Nicht alles funktioniert bei jedem, deswegen habe ich ja versucht einen Überblick zu geben und auch meine eigenen Erfahrungen einzubringen.
      Aber wie gesagt, wenn es das richtige ist für einen und man sich darauf einlässt (ich denke meistens kann man das auch nur wenn es überhaupt das Richtige für einen ist), dann funktioniert es auch.

      Ich habe auch viel „nützliche“ Kleidung entsorgt (Socken etc.) die aber einfach nicht mehr schön war.
      Bis jetzt komme ich aber auch gut ohne diese Kleidung klar, weil ich das was ich noch habe einfach anders zusammen stelle.
      Und das was ich mal wieder brauche, besorge ich neu – dabei handelt es sich nämlich um Dinge, die sowieso schon völlig abgetragen waren und die ich schon lange ersetzen wollte.
      Das ist wieder die Sache mit „aus dem Arsch kommen“. Jetzt sind sie weg und ich _muss_ aus dem Arsch kommen, wenn ich mich mal so ausdrücken darf. 😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.