Warum weniger manchmal mehr ist und aufhören nicht gleich Versagen bedeutet

Ich habe mich entschlossen abzuspecken. Nicht nur körperlich, sondern auch allgemein.
Frei nach dem Motto „Weniger ist mehr“ habe ich am Wochenende meine komplette Bude ausgemistet, Tüten für die Bücherei fertig gemacht und bin mehrmals zum Müll getappst.
Nachdem meine Wohnung nun leerer ist, wende ich mich meinen Freizeitaktivitäten zu:

  • 3x die Woche Sport
  • gesunde Ernährung (speziell einkaufen, vorplanen, vorkochen, informieren etc)
  • 2 Blogs
  • 2 FB Fanseiten
  • 2 Twitter Accounts
  • eigener Bereich in einem Schreibforum
  • Studium auf Autorin
  • die Recherche für mein Buch
  • nach wie vor die Gestaltung meiner Wohnung
  • das böse Wort: Der Haushalt

Sicherlich kennen einige von euch das Problem, das man gern viel macht, alles anfängt was Spaß verspricht oder zumindest zum ein oder anderen persönlichen Ziel führt und möchte es dann ungern wieder aufgeben, aus Angst „versagt“ zu haben.
Man möchte „gut“ sein in dem was man tut, erfolgreich in allen Lebensbereichen, immer auf Achse, man möchte was „erleben“.

Irgendwann übernimmt man sich schließlich mit all seinen Aufgaben und Vorstellungen und tut am Ende gar nichts mehr. Man merkt es an meinen Blogs, wie auch an meinen Twitter Accounts und FB Seiten.
Ich schreibe nicht sonderlich viel, weil ich an anderer Stelle noch beschäftigt bin, manchmal liege ich nach der Arbeit auch einfach nur noch auf der Couch und schaue mir auf Watchever Filme und Serien an.
Das Einzige das ich wirklich regelmäßig betreibe, ist der wöchentliche Sport, der mir inzwischen so in Fleisch und Blut übergegangen ist, das ich mich unwohl fühle, wenn ich nicht hingehe. Auch bei der Ernährung liegt der Trend in Richtung „alles gut“. Natürlich gibt es immer mal wieder Phasen in denen ich nichts mehr im Haus habe und dann beim Einkaufen aus Gründen der Faulheit ein Kräuterbaguette oder eine Pizza im Einkaufswagen landen. Aber das sind Phasen, die mich nicht dazu bringen, aufzugeben.

Der Unterschied zwischen „aufgeben“ und „es sein lassen“

Rückschläge in den eigenen Projekten sind zu verkraften, wenn man nicht aufgibt, sondern den Rückschlag hin nimmt und wieder weiter macht. Wenn ich eine Woche mal nur zweimal statt dreimal zum Training gehe, bringt mich das nicht um. Dann gehe ich danach wieder dreimal hin. Wenn ich mir mal eine halbe Pizza gönne, oder zyklusbedingt (eine tolle Ausrede) bei den Süßigkeiten über die Strenge schlage, esse ich danach wieder vermehrt gesund, um das ganze auszugleichen. Der Schlüssel ist es, entspannt zu bleiben, im Umgang mit den eigenen Fehlern ebenso wie mit Rückschlägen. Kurz gesagt: Man sollte nicht aufgeben.

Was man allerdings sehr wohl tun sollte, ist es, manche Dinge einfach sein zu lassen.
An meiner Liste oben fallen mir einige Dinge auf, die ich aus gutem Glauben begonnen habe, das es sich für mich lohnt.
Betrachte ich die Liste heute weiß ich bei einigen: Es lohnt sich nicht. Also habe ich beschlossen, es an einigen Stellen sein zu lassen und die freie Zeit lieber den wirklich wichtigen Projekten zukommen zu lassen.

Nehmen wir die Liste mal auseinander:

  • 3x die Woche Sport

Unbedingt. Seitdem ich mit dem Sport begonnen habe, sehe ich kleine Erfolge, fühle mich besser, schlafe besser und habe festgestellt, das es ein ganz neues – und sehr cooles – Körpergefühl ist, wenn sich die Mitte „fester“ anfühlt. Kann man nicht beschreiben, kann man nur fühlen. Der Sport ist für mich also eine Unabdingbarkeit, die ich nicht mehr missen möchte. Zumal 3x die Woche keine Zahl ist, die einen umbringt.

  • gesunde Ernährung

Gesunde Ernährung kostet nicht sehr viel mehr Geld wie einige befürchten, dafür kostet sie Zeit. Und zwar so einiges wenn man es richtig machen will. Man muss sich informieren, auf dem laufenden bleiben, vorkochen, eintuppern, bestimmte Produkte in verschiedenen Märkten kaufen oder online bestellen, kurz: Man muss sich wirklich mit der Nahrung die man zu sich nimmt beschäftigen und kann das nicht mal so nebenbei erledigen.
Dennoch: Es lohnt sich und ich kann es jedem nur weiter empfehlen. Auch dieser Punkt bleibt also definitiv erhalten, auch da er praktisch untrennbar mit dem Punkt Sport verknüpft ist.

  • 2 Blogs

Zugegeben: Ich habe überlegt. Ich habe eine ganze Weile darüber nachgedacht, ob ich einen der beiden Blogs nicht einstampfe und in den anderen integrieren soll. Dagegen entschieden habe ich mich aus einem praktischen und einem sentimentalen Grund. Ally Stone widmet sich allein dem Studium und meinem Weg zum ersten Buch und ich habe diesen Blog gestartet, um später etwas zu haben das mich an diese doch sehr spannende Reise erinnert. Da es sich eher um einen Themenblog handelt, wohingegen Me, Alice ein Blog nach dem Motto „alles kann, nichts muss“ ist, fände ich es eher unglücklich, diesen doch eher themenreinen Blog hier zu integrieren (oder umgekehrt). Der sentimentale Grund bezieht sich auf Me, Alice. Ich blogge nicht oft, aber wenn dann weil mir etwas auf dem Herzen liegt das ich euch mitteilen möchte, oder weil ich Lust habe, vielleicht ein wenig Inspiration, ein paar Gründe zum nachdenken oder etwas gute Laune in die Welt des www zu pusten. Dieser Blog ist mein erster Blog (damals umgezogen von einem anderen Anbieter), hat einige Namenswechsel und noch mehr Designwechsel durch und ich hänge einfach an ihm. Also werden auch die Blogs bleiben – was ich jedoch in nächster Zeit in Angriff nehme, sind die Kategorien. Auch hier wird entrümpelt und aufgeräumt.

  • 2 FB Fanseiten

Die erste Fanseite schuf ich damals, um eine Fanseite zu schaffen. Ich nannte sie „The Girl“ und hatte keine Ahnung was ich darauf posten sollte. Irgendwann kam ich auf die Idee, dort meinen Blog bekannt zu machen, der damals noch spärlicher lief als heute und benannte meinen Blog dementsprechend um. Da ich aber kein „Girl“ mehr bin, benannte ich ihn kurz danach erneut um, in Me, Alice.
Die zweite Fanseite schuf ich dann gezielt für meinen zweiten Blog, Ally Stone – ich schreibe ein Buch.
Das Problem nun ist, das ich weder Zeit noch Ideen oder Muße habe, diese Seiten wirklich mit etwas zu füttern, das die Leute auch interessieren könnte. Potential wäre da, anhand von Schreibtipps, Artikeln von anderen Bloggern, Bildern, Aussagen und ähnlichem – aber ich tue es nicht. Die einzigen Eintragungen die dort abgesetzt werden, sind die automatischen Benachrichtungen über einen neuen Artikel.
Bringt es das? In meinen Augen nicht. Also habe ich mich dazu entschlossen, die beiden Seiten zu löschen.
Nun mag man sagen das ich sie ja dennoch weiterlaufen lassen kann weil ich keine Arbeit damit habe. Doch das ziehe ich aus zwei Gründen nicht in Betracht:

  1. Eine nicht gepflegte Fanseite wirkt wie alles ungepflegte: Es spiegelt nicht nur meine Fanseite, sondern auch mich und damit meine Blogs wieder und stellt sie in ein schlechtes Licht.
  2. Vielleicht habe ich keine Arbeit damit, aber sie ist da. Ich mache mir Gedanken darum, ich weiß das sie da ist und damit wirkt sie wie herumliegender Krempel den ich nicht wegwerfe: Es belastet.

Also werde ich die Seiten so bald wie möglich löschen, um sie im wahrsten Sinne des Wortes los zu sein und damit die Liste der Dinge um die ich mir einen Kopf machen muss zu verkleinern.

  • 2 Twitter Accounts

Ich mag Twitter. Hin und wieder beschäftige ich mich sogar höchstintensiv mit Twitter. Aber das sind Phasen. Phasen, in denen ich gern mal einen blöden Spruch twittere, ein paar lustige Tweets von Grumpy Cat lese und mich darüber freue. Dann vergesse ich Twitter wieder, bis ich erneut fast von einem Autofahrer auf dem Zebrastreifen zu Tode gerast werde und den Drang verspüre, mich in 140 Zeichen öffentlich darüber aufzuregen.
Das rechtfertigt jedoch keinen ungepflegten, nicht aktuell gehaltenen Twitter Account für Ally, den ich nicht wirklich benutze, auch wenn ich es zu Beginn versucht habe. Also weg damit und nur noch meinen ersten Account behalten. Irgendwo muss ich ja über meine Mitmenschen beißende Kommentare los werden wenn sie mich gerade nerven.

  • der eigene Bereich im Schreibforum

Auch hier überlege ich schon sehr lange. Das ich den Bereich nicht mehr benutze weil ich es selbst ins Forum kaum noch schaffe, ist den Mitgliedern und Admins dort inzwischen wohl klar.
Hinzu kommen noch andere Bedenken, die ich aber mit der Betreiberin selbst besprechen möchte – auf lange Sicht werde ich den Bereich aber wohl einstampfen lassen und meine Texte anderweitig sichern.
Es besteht der selbe Grund wie Punkt 2 im Abschnitt FB Fanseiten: Es ist da, es bereitet mir ein schlechtes Gewissen weil ich es nicht bin. Also muss sich da etwas tun.

  • Studium auf Autorin / Recherche für mein Buch

Um den Artikel nicht noch künstlich aufzublähen, fasse ich diese beiden Punkte zusammen. Autorin zu werden und ein Buch zu veröffentlichen ist mein Traum seit ich mich erinnern kann. Egal wie oft ich schon andere Wege eingeschlagen habe, ich bin immer wieder bei diesem Traum gelandet. Also ziehe ich es durch: Ein „es sein lassen“ ist hier nicht möglich, weil es ein aufgeben wäre und aufgeben ist nicht drin. Nicht bei meinem Lebenstraum.

  • Die Gestaltung der Wohnung / der Haushalt

Was soll ich sagen? Das eine ist unabdingbar (alles andere wäre auf Dauer doch sehr widerlich), das andere dient dazu das ich mich wohl fühle. Ich mache mir immer wieder einen Kopf darum, wie ich meine Wohnung noch besser, gemütlicher, toller machen könnte, wie ich den Haushalt besser in den Griff bekomme und so weiter. Renovieren ist nur drin wenn das Geld da ist, zum Beispiel spare ich schon lange auf eine große Kühlschrank-Tiefkühlkombi um diesen fürchterlichen Minikühlschrank mit einem Eisfach das gerade mal ein besserer Pizzahalter ist los zu werden. Also heißt es auch hier: Dranbleiben.

Fazit

Lange Rede, kurzer Sinn: Manchmal ist es nicht nur nötig die Wohnung zu entrümpeln, sondern auch das eigene Leben. Wenn ich unendlich viel Zeit hätte, würde ich noch viel mehr tun wollen. Ich singe gern, ich möchte viele viele Sprachen lernen, ich möchte reisen, zeichnen lernen, Kickboxen… die Liste geht endlos weiter, im Alltag ist die Zeit dafür jedoch begrenzt. Es ist wichtig, das man sich hin und wieder auf das wesentliche besinnt, darauf unwichtiges zu erkennen und auszusortieren. Sich neu zu organisieren.
Auch wenn es im ersten Moment schmerzhaft sein kann, sich von Dingen zu trennen die man lange besessen hat, oder von Projekten um die man sich ohnehin nicht mehr wirklich kümmert: Am Ende wird man sich besser fühlen.

Die Faustregel die ich beim ausmisten, aber auch beim Aussortieren von Projekten nutze ist folgende: Würdest du sagen du hängst an dem Stück/Projekt? Ja? Wann hast du dich das letzte Mal gedanklich oder aktiv damit beschäftigt? Eben. Weg damit.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem abspecken/entrümpeln/aussortieren von Projekten gemacht?

Me, Alice

2 Gedanken zu „Warum weniger manchmal mehr ist und aufhören nicht gleich Versagen bedeutet

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