Der Umzug – die Helfer

Der Umzug steht an und es gibt einiges zu beachten, damit die Sache so glatt wie möglich über die Bühne geht. Vergesst den perfekten Umzug, eigentlich geht immer irgend etwas schief. Davon solltet ihr euch aber nicht aus der Ruhe bringen lassen – glaubt mir, der Tag wird auch ohne selbst produzierten Stress noch anstrengend genug.

Dieser Artikel ist Teil der Serie “Ich zieh dann mal aus – Meine erste eigene Wohnung“.

Kisten packen

Bevor es losgehen kann müsst ihr – logisch – euren ganzen Kram in Kisten verstauen. Wenn ihr in die erste Wohnung zieht wird das noch nicht so viel sein wie wenn ihr später umzieht und einen ganzen Wohnungsstand mit nehmt, aber es ist immer noch genug zu tun.
Umzugskartons bekommt ihr sowohl im Baumarkt, als auch bei jeder Möbelspedition.

Mein Tipp: Kauft die Kartons bei einer Spedition. Auch wenn ihr nicht mit der Spedition umzieht, könnt ihr dort Kartons kaufen oder mieten. Zwar sind sie dort ein klein wenig „teurer“ (wenn auch nicht viel), trotzdem hat der Kauf bei der Spedition entscheidene Vorteile:

1. Eine Spedition kann euch ziemlich genau sagen, wie viele Kartons ihr braucht, wenn ihr angebt, mit wie viel Kram ihr umziehen wollt. Auch Aussagen wie „mein Jugendzimmer, also der Schreibtisch, das Bett, ein paar Regale und der Kleiderschrank mit zwei Türen“ reichen oft aus, damit die Spediteure einschätzen können, wie viele Kartons ihr braucht – und wie groß der Wagen sein muss, um all die Kartons und Möbel zu transportieren.

2. Eine Spedition liefert die Kartons unter Umständen an – und holt die ausgepackten Kartons (wenn ihr mietet statt kauft) nach dem Umzug auch wieder ab. Wenn ihr die Kartons im Baumarkt kauft, müsst ihr sie selbst abholen und habt nach dem Umzug einen Haufen Kartons den ihr irgendwie loswerden müsst.

3. Die Kartons einer Spedition sind qualitativ hochwertiger als die aus dem Baumarkt. Vermutlich interessiert euch die Qualität eines Kartons nicht sonderlich, aber spätestens wenn eure Lieblingsbücher oder die Xbox im Matsch landen, weil der Karton unten eingerissen ist, spielt die Qualität plötzlich doch eine Rolle.

Auch beim einpacken selbst solltet ihr ein paar Dinge beachten, die ich für euch in Stichpunkten zusammen gefasst habe:

– packt die Kartons nur zu 1/3 mit schweren Dingen wie Büchern voll und verteilt auf den restlichen 2/3 leichte Dinge wie Kissen, Kuscheltiere oder Klamotten
– nummeriert die Kartons mit großen Zahlen durch und schreibt auf eine Liste was genau in den einzelnen Kartons drin ist. Auf diese Weise müsst ihr später nicht ewig nach einzelnen Teilen suchen
– um Blumen zu transportieren, baut einen Karton auf, faltet den Deckel nach innen und stellt die Blumen in den nach oben offenen Karton
– Schubladen und Schranktüren müssen ausgeräumt und mit Klebeband befestigt werden, damit sie beim tragen nicht aufklappen
– Gläser und Geschirr bitte immer mit viel Zeitungspapier umwickeln und nichts schweres darauf verstauen
– wichtige Dokumente in einer extra Tasche zusammen packen, damit ihr sie griffbereit habt
– Dinge die ihr täglich braucht, wie zb. Zahnbürste, Haarbürste, Duschzeug, Kosmetika etc. packt ihr am Besten in eine Sporttasche oder einen Koffer, um sie ebenfalls griffbereit zu haben, ebenso Klamotten für die nächsten drei Tage
– mistet beim packen aus! Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um ungenutztes endgültig zu entsorgen. Denkt dran: alles was ihr jetzt entsorgt, müsst ihr weder einpacken, noch schleppen oder auspacken.

Die Helfer

Gute Freunde erkennt man, wenn man umzieht. Seien wir ehrlich. Noch mehr als Umzugskartons schleppen hasst man es, Umzugskartons für andere Leute zu schleppen. Es ist eine anstrengende Aufgabe auf die die wenigsten Lust haben und zu der man sich eher zwingt um den guten Freunden einen Gefallen zu tun als das man wirklich freudig daran teil nimmt. Das solltet ihr im Hinterkopf behalten wenn ihr eure Helfer verpflichtet. Fragt freundlich nach – am besten erst ob sie an dem Tag Zeit haben und rückt erst danach damit raus das ihr umzieht. Oder fragt schon nach wenn ihr verkündet das ihr ausziehen wollt und die Begeisterung darüber das ihr bald eine eigene Wohnung habt auch bei euren Freunden noch frisch ist.
Wichtig ist die richtige Anzahl der Helfer. Es sollten nicht zu wenige sein damit sich die paar Anwesenden nicht totschleppen, aber auch nicht zu viele, damit sich die Leute nicht im Weg rumstehen und sich langweilen. Für den Einzug in die erste Wohnung sind drei bis maximal fünf Helfer ausreichend.

Das Auto

Um die Kisten nicht von der elterlichen Höhle ins erste eigene Nest tragen zu müssen, braucht ihr ein Auto. Entweder habt ihr das Glück und ein Familienmitglied oder ein paar Freunde haben Zugang zu einem Transporter, oder ihr müsst einen Umzugswagen mieten. Googelt dazu einfach nach einer Autovermietung in eurer Stadt und holt am besten ein paar Angebote ein. Die Wagen kann man Stundenweise mieten. Denkt daran, dass ein einfacher PKW Führerschein ab einer gewissen Größe nicht mehr ausreicht und ihr einen Fahrer zur Verfügung haben müsst. Wenn ihr niemanden kennt der einen größeren Möbelwagen fahren kann, müsst ihr eben zweimal fahren – wobei beim geschickten Packen des Wagens eine einzige Fahrt ausreichen müsste – immerhin habt ihr ja noch nicht allzuviel dabei.

Nahrung

Das Schleppen von Umzugsgut dauert lange, es ist anstrengend und es macht vor allem ins: Hungrig und durstig. Wie im Punkt Helfer besprochen, raffen sich eure Freunde dazu auf euch zu helfen – niemand schleppt gern lauter Möbel oder Kartons die Treppen rauf und runter. Sorgt also für das leibliche Wohl eurer Helfer und haltet Snacks, Getränke und ein einfaches Mittagessen bereit.
Waffeln, Frikadellen, Sprudel und Wasser bieten sich hierbei immer gut an, ebenso Brötchen und Würstchen mit Senf. Denkt daran das ihr noch nicht unbedingt eine funktionsfähige Küche habt und das es schnell gehen muss wenn die hungrigen Helfer mit dem Schleppen fertig sind. Haltet das Essen also einfach, habt aber auf jeden Fall genug da um alle satt zu bekommen.

Alle raus hier!

Endlich ist der letzte Karton oben, das Bett ist aufgebaut und der Fernseher angeschlossen. Eure Helfer wollen jetzt nichts mehr, als endlich ins eigene Heim zu flüchten und glaubt mir – auch ihr selbst seit an diesem Punkt einfach nur noch froh, wenn alle verschwunden sind. Der Tag war anstrengend, die Helfer werden irgendwann nervig und man selbst ist zunehmend gereizt.
Ein Umzug ist immer eine Zerreißprobe für die Nerven aller Anwesenden.
Trotzdem: Bemüht euch nett zu euren Helfern zu sein und sie freundlich und mit vielen Dankeschöns zu verabschieden.

Und dann genießt das schönste Gefühl des ganzen Tages: Schließt die Tür hinter dem letzten Umzugshelfer, geht langsam durch eure neue Wohnung und atmet einmal tief durch. Ihr seid zu Hause.

Letzte Anmerkungen

Der Umzugswagen:
Klärt vor dem Umzug ab, wer den Wagen zurück zum Verleih bringt. Meistens ist das der Fahrer – sofern es nur einen gibt. Sollte es mehrere mögliche Fahrer geben, klärt vor dem Umzug ab wer ihn zurück bringt, damit es nach dem Umzug wenn alle müde sind und nicht mehr wollen keine langen Diskussionen gibt. Achtet darauf, die Zeit nicht zu überschreiten, sonst müsst ihr nachzahlen. Außerdem müssen die meisten Wagen vor der Abgabe wieder vollgetankt werden – auf eigene Kosten. Beachtet das bei der Kalkulation eurer finanziellen Mittel bevor ihr den Wagen anmietet.

Die erste Nacht:
Angeblich soll das was man in der ersten Nacht in der neuen Wohnung träumt in Erfüllung gehen. Ob das stimmt oder nicht, wer weiß das schon? Ich für meinen Teil habe mir noch nie merken können was ich träumte und habe auch nie sonderlich darauf geachtet.
Wer sich den Spaß erlaubt hat, kann mir gerne seine Erfahrungen mit erfüllten oder unerfüllten Träumen in den Kommentaren oder per Mail mitteilen. 😉

Die Einweihungsparty:
Shame on me – so etwas habe ich nie zustande bekommen. Ich lebe aktuell in meiner dritten eigenen Wohnung und ich habe noch nie eine Einweihungsparty gefeiert. Ich wollte immer feiern, aber erst wenn meine Wohnung „fertig“ ist. Gebt diesen Plan auf, denn sie wird nie fertig sein und wenn ist es zwei Jahre her das ihr eingezogen seid (mindestens) und definitiv zu spät für eine Einweihungsparty. Egal wie eure Bude aussieht: Wollt ihr die Party feiern solltet ihr es einfach tun. Alles andere verläuft im Sande.

Das Auspacken:
Nach einem Umzug hat man keine Lust auch noch die Kartons auszupacken. Tut es trotzdem. Fangt an. Wischt die Möbel einmal aus uns packt (je nachdem wie spät es ist) wenigstens einen Karton aus. Außerdem solltet ihr den folgenden Tag sofern ihr frei habt komplett zum auspacken nutzen. Wenn ihr arbeiten müsst, nehmt euch vor jeden Tag mindestens zwei Kartons nach der Arbeit auszupacken. Wenn ihr es erst mal schleifen lasst, stehen die Kartons ewig rum und ihr kommt nie richtig an.
Ich selbst habe meine Kartons beim letzten Umzug nach drei Tagen komplett ausgepackt und in den Keller verfrachtet gehabt. Man fühlt sich danach einfach besser, auch wenn noch nicht alles perfekt ist.

Der Umzug ist geschafft und die erste eigene Wohnung bezogen. Damit sind die Fallen in die man tappen kann aber nicht alle umgangen, im Gegenteil. Jetzt fängt es erst an. Im nächsten Artikel der Reihe „Ich bin dann mal weg – meine erste eigene Wohnung“ zähle ich euch ein paar Denkfallen auf und wie ihr sie umgehen könnt.

Me, Alice

3 Gedanken zu „Der Umzug – die Helfer

  1. Args, ich zieh auch schon zum dritten Mal um und habe noch nie eine Party gefeiert. Aber ich bin sowieso kein Partytier, von daher… 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.